Kategorie-Archiv: Wright

Köpferollen

von wbeyersdorf am 21. Februar 2014

Mit Wright und diesem Velidingsbums haben zwei Spieler Bamberg verlassen (müssen), um die es spielerisch nicht besonders Schade ist. Beide haben sich nicht nachhaltig in das Bamberger Fangedächtnis eingebrannt. Sportlich auf keinen Fall, eher durch die Umstände.

Das Bamberger Management muss sich kritische Fragen gefallen lassen: Wie kann man mit Velickovic einen Spieler verpflichten, der in den letzten Jahr mehr im Wartezimmern und OP-Sälen verschiedener Ärzte verbrachte, als in Trainingshallen. Im Herbst sagte ein Bamberger Akteur hinter vorgehaltener Hand, dass er schon viele ältere und angeschlagene Spieler erlebte, aber noch nie einen wie Velickovic, der in einem dermaßen desolaten körperlichen Zustand sei. Er prophezeite eine Trennung schon bis Weihnachten. Dass es jetzt doch Ende Februar wurde, ehe man sich trennte, lag wohl an der Verletzung Sharrod Fords. Wie kann sich die komplette Führungsriege in Person von Stoschek, Heyder und Fleming noch vor wenigen Wochen beim Fan-Talk hinstellen und behaupten Velickovic sei fit?

Als normaler Fan würde ich mir doch total verschaukelt vorkommen!

Die nächste kritische Verpflichtung war im letzten Sommer Zack Wright, für den an St. Petersburg eine Ablöse in Höhe von angeblich 150.000 € für bezahlt wurde. Anstatt sich von Knieproblemen zu kurieren, spielte der gebürtige US-Amerikaner lieber für Bosnien bei der Europameisterschaft Anfang September. Sein Engagement für den Balkanstaat wurde ihm sicherlich fürstlich entlohnt. Man spricht von einer 6stelligen Summe um ihn zu bewegen einen bosnischen Pass anzunehmen. So kam er angeschlagen von der Europameisterschaft zurück und konnte die ihm angedachte Rolle als Kopf, als Leader der Mannschaft nur annähernd ausführen.

Rechnet man die Ablösesumme dem Gehalt hinzu, war Zack Wright ein teures Missverständnis, da kam das Angebot aus Athen für ihn gerade zur rechten Zeit. In der letzten Off-Season hatte man die Möglichkeit den Bonner Jared Jordan als Point-Guard zu verpflichten, auch mit dem jetzt in München die Aufbau-Fäden ziehenden Malcolm Delaney war man in Kontakt. Unter dem Strich war dieser auch nur unwesentlich teurer als Zack Wright. Ich möchte Wright nicht schlechter machen als er ist. Er hat speziell in der Abwehr und beim Zug zum Korb seine Stärken. Aber er war fast nie in der Lage dem Spiel seinen Stempel konstant aufzudrücken, in kritischen Phasen den Aufbau sicher zu lenken und, was einen guten Point-Guard ausmacht, die Mitspieler besser zu machen.

Einen neuen Aufbauspieler wird es dem Vernehmen nach nur geben, wenn noch ein weiterer Akteur abgegeben werden kann. Man muss nicht lange spekulieren, dass Jamar Smith auf der Abschussliste ganz oben stehen soll.

Wird jetzt alles besser? Man muss abwarten, wichtig wird sein die Spieler, die das Herz des Bamberger Basketballs in den vergangenen Jahren waren, wieder mehr einzubinden und zu alter Stärke zu führen. Gerade Anton Gavel und Casey Jacobsen machten in den letzter Zeit nicht unbedingt einen glücklichen Eindruck. Auch D’or Fischer schien öfters kurz davor Zack Wright an die Gurgel zu gehen, wenn er wieder sein Ego-Zock machte.

Jedenfalls müssen der Trainerstab und die Mannschaft jetzt liefern, sonst wird es im kommenden Sommer einen größeren Umbruch geben, als sich mancher jetzt wünschen würde.

 

Auftakt gelungen

von wbeyersdorf am 03. Oktober 2013

Bamberg ist der Start in die neue Basketballsaison gelungen. Klar und letztlich deutlich wurde der Gast aus Weißenfels mit 86:70 bezwungen. Man merkte beiden Teams aber an, dass sie noch lange nicht ihre Topform erreicht haben. Zu unkonstant und in manchen Aktionen auch noch nicht eingespielt wirkten die Mannschaften.

Der Höflichkeit halber zuerst ein paar Sätze zu den Gästen. MBC Trainer Silvano Poropat ist ja in der Liga kein Unbekannter und hat einst mit Ludwigsburg einige Erfolge gefeiert. Er hat es geschafft eine Truppe zusammenzustellen, die mit dem Abstieg sicher nichts zu  tun haben wird. MBC ließ den Ball gut laufen und verstand es immer wieder den freien Dreierschützen zu finden. Natürlich ist der MBC in der individuellen Klasse der einzelnen Spieler Bamberg unterlegen. Darum hat Bamberg am Ende auch deutlich gewonnen.

Ich habe bislang erst wenige Bamberger Spiele gesehen, was ich aber gesehen habe, hat mir gefallen. Die Mannschaft macht insgesamt einen guten Eindruck, sie versucht zusammenzuspielen, versucht meist den besser postierten Mitspieler zu finden, versteht es aber auch ihre Stärken auszuspielen.

Dazu gehört eindeutig die Position des Pointguards. Zack Wright hat nicht nur gegen den MBC eine gute Leistung gezeigt. Mit 23 Punkten war er zwar bester Werfer seines Teams, aber nicht dies alleine macht mich ihn so wertvoll. Er weiß, wann er das Spiel an sich reißen, wann er einen Gang hochschalten muss. Zieht er zum Korb, kann man davon ausgehen, dass er sehr sicher erfolgreich abschließt. Er ist seit längerer Zeit mal wieder ein vollwertiger Aufbauspieler.

Wer endlich sein Coming-Out hatte, ist Jamar Smith. In den bisherigen Spielen (zumindest die ich gesehen habe), suchte er seinen Wurf. Den hat er gegen MBC definitiv wiedergefunden. Offensiv zeigte die Qualitäten, für die ihn die Verantwortlichen nach Bamberg holten.An ihm und auch an Rakim Sanders werden die Bamberger Fans in dieser Saison noch viel Freude haben. Beide haben ihr volles Potenial noch lange nicht ausgeschöpft, es ist noch Luft nach oben. Und genau dies macht mich für den weitern Verlauf der Spielzeit optimistisch. Die Mannschaft hat noch Steigerungsmöglichkeiten, es sind einige Spieler, die sich noch entwickeln können.

Obwohl Damir Makota schon ein fertiger Akteur ist, hat auch er mir gefallen. Zwar klappte in der ersten Halbzeit noch nicht alles (er ist ja auch erst wenige Tage im Training mit dabei), aber in der  zweiten Hälfte deutete er sein Können an. Er holte in Summe 8 Rebounds, wurschtelte unter den Körben und Würfe aus allen Distanzen. Vor allem gibt er Bamberg aber eine körperliche Präsenz, die dann vor allem in der Euroleague bitter benötigt wird.

Alles in allem war es ein guter Start in die neue Bundesligaspielzeit. Wer zum jetzigen Zeitpunkt bereits Topleistungen und absolutes Spielverständnis erwartet, der ist entweder neu, oder zu ungeduldig. Jedenfalls mach die Mannschaft einen wesentlich besseren Eindruck als vor Jahresfrist. Ich freue mich auf die nächsten Wochen und Monate!

Zum Schluss noch zwei Bemerkungen, die mit der Partie am Mittwoch erst einmal nicht umittelbar etwas zu tun haben:
Seit dieser Saison kommt das neue Aufnahmesystem Keemotion zum Einsatz. Wesentlicher Punkt dabei ist, dass für die Aufnahmen kein Kameramann mehr benötigt wird. Das System erkennt die Bewegungen auf dem Spielfeld automatisch und steuert dementsprechend die Kamera. Eine ausführliche Erklärung dieses System wird hier sehr gut gegeben.
Ich konnte das Auftaktspiel der Bamberger nur von Zuhause mittels des Internetstreams verfolgen. Mir wurde beim Betrachten fast schlecht. Ständig hat das automatische System in das Bild herein- bzw. herausgezoomt, bei Fast-Breaks wurde zu langsam mitgeschwenkt, zuviel wurde in der Totalen gefilmt, einzelne Details sind so kaum zu erkennen.
Natürlich ist es erst einmal gut, dass die Heimspiele Bambergs nun alle übertragen werden. Leider anscheindend zu dem Preis, dass die Übertragungsqualität massiv gelitten hat. Spaß hat man bei dieser Art der Kameraführung keinen mehr!
Hat man wirklich kein Geld mehr einen Menschen hinter die Kamera zu stellen? Dies muss doch bei einem Etat von 8 Millionen (plus x) möglich sein? Wird hier wieder einmal am falschen Ende gespart?

Das zweite große Ärgernis ist die neu gestaltete Homepage der Liga. Auf beko-bbl.de kann man jetzt sehen, was herausgekommen ist. Die Übersicht hat massiv gelitten, die Seite wirkt überladen, es regieren Bilder statt Informationen. Gestern war ich vergeblich auf der Suche nach dem Livescore der Bamberger Partie. Ich habe ihn nicht gefunden! Erst der HInweis in einem Forum brachte mir den entscheidenden LInk. Ebenso ist die Statistikseite der Spiele längst nicht mehr so übersichtlich wie früher.
Jetzt bin ich nicht gerade jemand, der immer der Meinung ist, früher war alles besser. Nur wer sich weiterentwickelt, kann besser werden. Leider sind die Macher der Bundesligaseite in ihren Änderungen weit über das Ziel hinausgeschossen.