Kategorie-Archiv: Tadda

Saisonvorschau mit Wolfgang Heyder

von E.M. Luft am 19. September 2013

Gestern war es also – leider nach längerer Pause – wieder einmal soweit. Wolfgang Heyder stand einigen SD Usern Rede und Antwort.

Etwas unsortiert hier die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte:

Drei Schwerpunkte sind für WH in Zukunft wichtig:

1) Nachwuchsförderung mit jungen deutschen Spielern, die es auch schaffen, in die BBL zu kommen und dort regelmäßig ausreichend Spielzeit zu erhalten – wie unsere Spieler Schmidt, Zirbes und Neumann. Das läßt sich der Verein pro Jahr immerhin ca. 700 000.- Euro kosten. Hierzu gehört auch das Finden und Weiterentwickeln von jungen ausländischen Spielern, wie Smith oder Sanders.

2) Sicherstellung ausreichender Sponsorengelder. Die jetzigen Neuen haben z.B. 3-Jahresverträge, Brose sogar (indirekt) einen für 5 Jahre, denn WH sagt, wenn er das Namensrecht der Halle für 5 Jahre hat, wird er die Baskets wohl kaum früher hängen lassen.

3) Kontinuität in den Ligen. Also Meisterschaft (wenn auch nicht zwingend Erster) und Euroleague (möglichst das Erreichen der TOP 8).

Zum Thema „Plätze für Auswärtsfans“ sagt WH, dass davon ja in erster Linie nur zwei Vereine oder sogar nur wir betroffen sind. Von den anderen Vereinen würden die Kontingente bisher kaum ausgeschöpft.

Zur Platzierung auf der Südtribüne: Es gibt auch Sitzplätze auf der Nordtribüne, die jedoch wg. der Kosten kaum nachgefragt werden. Und er will diese Karten nicht vergünstigen. Auch seien in allen Hallen die jeweils gegnerischen Fans irgendwo im „Nirwana“ untergebracht, warum nicht auch in Bamberg.

Eine „Südtribüne“ wird es in Bamberg nie geben – außer natürlich man findent jemanden, der dem Kaufland die Ausfälle wg. einer Umbauphase erstatten würde…

Zur Euroleague: Wenn die Euroleague es fordert, dass die Hallen 10 000 Zuschauer fassen, wird man auf jeden Fall nach Nürnberg oder – wenn es denn dort eine neue Halle geben würde – nach Würzburg gehen.

Eine ProA Mannschaft strebt man im Moment nicht an, da dort mindestens zwei, drei oder mehr Ausländer spielen müssten und dann die Nachwuchsleute vernachlässigt würden.

Zu den Spielern, die bei der Euro dabei waren: Zirbes, Neumann und Tadda waren wohl schon etwas frustriert, dafür aber mit um so mehr Elan und Ehrgeiz im Training dabei. Wright schon etwas erschöpft, aber mit wohl dosiertem Aufbautraining wird er schnell eine wichtige Stütze für die Mannschaft werden. Bissige Verteidigung, schneller erster Schritt und gutes Auge für die Mitspieler bescheinigt ihm WH.

Alles in allem eine gelungene Gespächsrunde, in der keine Frage unbeantwortet blieb. Weiter so!

IMHO – Die Einzelkritik der Saison 2012/2013

von DRiW am 03. August 2013

Rückblick: Mein letzter Beitrag „Mannschaft, die nicht ansatzweise funktioniert“ vom 24. März war vernichtend. Das war zu diesem Zeitpunkt jedoch auch vollkommen berechtigt.

Die Prognose mit 14 Niederlagen in den TOP16 hat sich dann leider auch bestätigt. Bitter aber gerecht. Doch alles andere kam dann anders…

Auch wenn im Rückblick die Saison extrem zäh war und die meisten von uns viel Frust geschoben haben, allen voran wegen diverser Personalien, war sie unter dem Strich doch ein voller Erfolg. Bamberg ist in die TOP16 eingezogen, ein Riesenerfolg für sich. TOP4 war ohnehin utopisch und wer davon träumte, der sollte sich mal wieder zwicken. Und: Bamberg ist tatsächlich zum vierten Mal in Folge Deutscher Meister geworden und das ist einfach unfassbar! Baut Fleming noch zu Lebzeiten ein Denkmal, direkt am Kranen oder gleich im Dom neben dem Bamberger Reiter! Das hat er sich redlich verdient, diese Leistung ist einzigartig! ALBA hat uns mehrfach geschlagen, hat den Pokal geholt und zwei Siege in der TOP16 eingefahren. Aber: Meister ist mal wieder Bamberg. Ätsch.

Der Wendepunkt war tatsächlich der Rauswurf von Massey. Das hat der Mannschaft die nötige Ruhe gegeben. Die knappen vier Wochen im April wurden von Fleming genutzt, um die Mannschaften wieder aufzubauen und zu formen. Doch auch die ersten Playoffs-Spiele gegen Hagen waren aus meiner Sicht eine reine Katastrophe. Die Mannschaft wirkte nach wie vor höchst verunsichert und ließ sich ein ums andere mal von den Hagenern wie eine Jugendtruppe ausspielen. Erst die Spiele gegen den FC Bayern haben Bamberg endgültig wachgerüttelt und  das Letzte aus der Mannschaft heraus gekitzelt. Es war einfach der richtige Gegner zum richtigen Zeitpunkt. Bamberg war bis unter die Haarspitzen motiviert und wurde in jedem Spiel von einem anderen Bamberger getragen: Ogilvy (zweites Spiel), Renfroe, Ford, Jacobsen und natürlich Gavel. Am Ende siegte die Erfahrung und die homogene Mannschaftsleistung. Das Bayern Spiel ist doch zu sehr von Rice abhängig gewesen. Das Finale war dann nur noch die Kür.

Alles andere hat Walter in seiner Saisonbilanz bereits erwähnt.

Doch nun zu meiner persönlichen und natürlich rein subjektiven Einzelkritik der abgelaufenen Saison:

Gavel

Der Name steht für ganz hohe Qualität: exzellente Defense, bedingungslose Einsatzbereitschaft, Leadership, hohe 3er Quoten, hoher Baskteball-IQ und Loyalität. Kurz gesagt, der Star der Mannschaft, der sich zu 100% in den Dienst eben dieser stellt. Ich könnte jetzt ausschweifen, welche Vorzüge dieser Mann mit sich bringt und was er alles kann, doch das weiß ohnehin bereits jeder, so auch der FC Bayern, der nun im zweiten Jahr in Folge extrem stark an Anton baggert. Gavel hat die Brose Baskets nahezu im Alleingang in die TOP16 geschossen. Seine Frühform war nahezu außerirdisch und bitter nötig zugleich, denn der Rest der Mannschaft hat sich in der Vorrunde der EL nicht mit viel Ruhm bekleckert. Da wundert es nicht, dass er sich im Frühjahr eine Ruhepause gönnte und die Verantwortung an den Rest der Mannschaft übergeben hatte. Dass das nicht funktionierte, hat dann auch jeder gesehen.

In der BBL Hauptrunde bringt Gavel eine durchschnittliche Effektivität von 15! Das ist der mit Abstand beste Wert der gesamten Mannschaft (vom Wert von Walsh seiner 5 BBL-Spiele abgesehen). Auch bei den Punkten liegt er einsam an der Spitze mit knapp 15 pro Spiel im Schnitt. In den Playoffs war nur Nachbar besser. Seine EL Werte sind nur leicht schwächer. Insgesamt unglaublich konstante Leistungen auf sehr hohem Niveau in allen Wettbewerben.

  Minuten PPG 2FG 3FG RPG APG Effektivität
EL Vorrunde 31:01 13.0 55.1% 41.3% 2.1 2.6 11.3
EL TOP16 31:57 11.8 48.4% 33.3% 2.1 3.2 11.6
BBL Hauptrunde 29:33 14.8 59.2% 46.6% 2.8 3.3 15.0
BBL Playoffs 28:48 14.7 41.4% 38.3% 2.6 3.1 12.3

Negativ fällt mir nur ein, dass Gavel manchmal mit dem Kopf durch die Wand zum Korb zieht, auch wenn es schier unmöglich scheint. Hier wäre manchmal noch das Auge für den freien Mitspieler von Vorteil. Auf der anderen Seite versucht er natürlich in wichtigen Phasen die Verantwortung zu übernehmen.

Gavel ist aus meiner Sicht Bambergs wichtigster Mann, wichtiger als Nachbar, Jacobsen oder Ford. Ohne ihn sind die Franken nur die Hälfte wert. Gavel hat uns in allen Wettbewerben auf ein höheres Niveau gebracht, wie kein anderer Spieler. Ein Verlust dieses Spielers wäre aus Bamberger Sicht höchst schmerzhaft und nur schwer adäquat zu ersetzen. Gavel ist ein Glückfall!

Mein Wunsch für nächste Saison: Unbedingt halten!
Aktueller Status: Bleibt ein Jahr

Jacobsen

Jacobsen der Kapitän, man könnte sagen, seit er da ist, gewinnt Bamberg die Titel. Ich denke, das kann man so stehen lassen. Er mag nicht die Spitzenwerte eines Gavel oder eines Nachbar haben, aber dafür bringt er im läuferischen und kämpferischen Bereich unfassbare Spitzenleistungen. Nicht zu unterschätzen sind auch seine Führungsfähigkeiten auf und neben dem Parkett. Jacobsen bekommt die meisten Minuten, weil er durch seinen ständigen läuferischen Einsatz, Löcher in die gegnerische Defense erläuft, wie kein anderer in ganz Europa! Es ist manchmal kaum nachzuvollziehen, woher er diese Kraft nimmt, so viel in Bewegung zu sein, auch am Ende einer harten Saison. Wenn dazu sein 3er fällt, was leider in dieser Saison nicht immer der Fall war (EL Vorrunde 35%), dann hat er offensiv leider nicht viel anzubieten. Wenn er zum Korb zieht, z.B. mit einem seiner nicht-gefürchteten Floatern, dann wird er nur sehr selten belohnt. Es ist aber aufgefallen, dass er in dieser Saison sehr oft zum Korb zog. Manchmal würde man ihm an dieser Stelle wünschen etwas Nachhilfeunterricht bei Daddy Cool zu bekommen. Der hat auch einen Floater erfolgreich im Korb versenkt, wenn sein Gegenüber acht Köpfe größer war als er selbst.

Nichts desto trotz ist Jacobsen aus dieser Mannschaft nicht wegzudenken. Seine mentale Stärke und seine physische Präsenz bringen einfach diesen Sieger-Gen mit, der Bamberg in den letzten Jahren so erfolgreich machte und das steckt die Mannschaft an.

Eines muss noch gesagt werden. Als es drauf ankam, in den Playoffs das Ruder umzureißen, war Jacobsen wie neu geboren. In den meisten Spielen trug er die Mannschaft über die schweren Phasen des Spiels hinweg. Sein Spitzenwert von 15.2 in den Playoffs bestätigt dies. Da kann nicht mal Gavel oder Nachbar mithalten, nur Ford, doch dazu gleich mehr. Diese Leistung hätte ich mir allerdings auch in den TOP16 von ihm gewünscht, doch da hatte er leider einen Durchhänger. Das war natürlich sehr schade, denn mit einem starken Jacobsen hätten wir sicher das ein oder andere Spiel noch gewinnen können.

Minuten PPG 2FG 3FG RPG APG Effektivität
EL Vorrunde 29:49 10.5 51.5% 35.0% 2.8 1.8 9.9
EL TOP16 30:55 8.4 42.4% 43.1% 2.9 2.8 9.3
BBL Hauptrunde 28:36 10.9 50.0% 40.7% 2.9 2.9 11.8
BBL Playoffs 32:15 13.9 41.7% 48.7% 4.6 1.9 15.2

Mein Wunsch für nächste Saison: Unbedingt halten!
Aktueller Status: Bleibt

Ford

Ford… das ist der Spieler, bei dem ich mich am meisten getäuscht habe, weswegen ich mich im Nachhinein bei ihm entschuldigen müsste. Doch auf der anderen Seite waren seine Leistungen in der ersten Hälfte der Saison teilweise wirklich unterirdisch. Eine Effektivität von 2.5 in der EL Vorrunde bestätigt dies auch eindeutig, wie auch all die anderen Werte in diesem Teil des Wettbewerbes. Die Stats sind aber nur die halbe Wahrheit, denn viele von uns störte vielmehr seine Lustlosigkeit, die negative Körpersprache und seine mangelnde Fitness. Zum Glück hat unser Trainergespann ihn aber rechtzeitig erreicht und so wurde er von Monat zu Monat immer besser, bis hin zum besten Spieler der Playoffs mit einer Effektivität von 15.3, 6.4 Rebounds und 12.8 Punkten pro Spiel. Seine Blocks waren phänomenal und haben seine Gegner oft zum Verzweifeln gebracht. Das war schon erste Sahne. Ford hat im Laufe der Saison die Lust am Basketball  wieder entdeckt und spielen, das kann er! Bamberg passt zu ihm, er passt zu Bamberg. Ford ist ganz nebenbei bester Bamberger Rebounder, auch wenn ich mir manchmal noch mehr von ihm wünschen würde.

Negativ zu erwähnen wäre sein 3er Wurf, der zum Ende der Saison schlagartig nachgelassen hatte. In den Playoffs hat er es dann entweder selbst eingesehen, oder eine Vorgabe von Fleming bekommen, keine 3er mehr zu werfen, denn er hörte damit schlagartig auf. Unvergessen bleibt auch sein „F… You“ während eines Auswärtsspiels dem Headcoach gegenüber. Normalerweise ist das ein Suspendierungsgrund, doch ich fand es gut, dass sich der Coach und Ford intern ausgesprochen haben, ohne daraus ein Thema zu machen. Das ist einfach nur professionell. Hut ab.

Minuten PPG 2FG 3FG RPG APG Effektivität
EL Vorrunde 16:17 4.5 47.4% 8.3% 3.0 0.4 2.5
EL TOP16 21:29 10.7 56.9% 33.3% 5.2 0.5 9.7
BBL Hauptrunde 21:40 12.0 57.4% 42.1% 5.7 0.6 13.3
BBL Playoffs 22:47 12.8 63.0% 26.5% 6.4 0.8 15.3

Mein Wunsch für nächste Saison: Unbedingt halten!
Aktueller Status: Bleibt weitere zwei Jahre

Nachbar

Nachbar ist unter dem Strich der Spieler, der mich im Laufe der Saison am meisten enttäuscht hatte. Das wird sicherlich den ein oder andern Leser hier verwundern, zum einen weil seine Stats sich gut lesen und zum anderen, weil er das eine oder andere atemberaubende Spiel abgeliefert hatte. Aber seien wir mal ehrlich, was für Spiele waren das? Entweder am Anfang der Saison in der Beko-BBL gegen schwache Gegner, oder das eine Spiel in Moskau mit gefühlten 10.000 3ern. Das Spiel gegen Moskau ging dabei trotzdem verloren… Herausragend hätte ich gefunden, wenn er uns dort, und in so vielen andere knappen EL-Spielen, zum Sieg verholfen hätte. Das ist leider nie passiert. Stattdessen zeigte Nachbar in den wirklich wichtigen Spielen (TOP16, ALBA und FCBB Spiele) meistens ein anderes Gesicht. In den entscheidenden Phasen tauchte Nachbar entweder vollkommen unter oder er versuchte es mit der Brechstange, was so gut wie nie von Erfolg gekrönt war. Es gab in der abgelaufenen Saison so viele knappe Spiele, die wir in den letzten Minuten/Sekunden verloren haben, da hätte Nachbar seine Klasse einbringen können, ja gar müssen. Ich habe mich zu oft über seine Aktionen ärgern müssen. Mein Anspruch ist hoch, den ich hier an ihn stelle, aber es ist auch der teuerste Spieler der Mannschaft und der designierte Leader. Und da hilft es auch nicht, dass er neben dem Court einfach ein netter Kerl ist und nette Sachen bei Twitter schreibt.

Nachbar ist aus meiner Sicht kein Teamplayer, er klatscht seine Spieler kaum ab, redet nicht viel mit ihnen auf dem Parkett, ja er wirkt oft emotionslos, auch in heißen Spielen. Er tritt der Mannschaft nicht in den Allerwertesten, wenn es nötig ist. Doch genau das sind die Eigenschaften, die ich von so einem Spieler erwarte. Wie oft sehnte ich gerade deswegen einen Peja Suput herbei? Zu oft. Als Nachbar während der Saison für ein Spiel ausgefallen ist (in Madrid), hat die Mannschaft mit das beste Spiel der EL-Saison gespielt. Das war sicher kein Zufall. Ok, auch dieses Spiel wurde jedoch verloren.

Von einem Spieler seines Kalibers und seinen Gehaltsregionen erwarte ich einfach mehr. Bamberg kann sich nur 1-2 Spieler dieser Kategorie leisten und diese müssen dann auch zünden. Seine Stats lesen sich durchwegs positiv. Trotzdem hatte er einen sehr starken Leistungsabfall nach Weihnachten. Gerüchten zur Folge soll er evtl. private Probleme gehabt haben, mag sein. Er war zudem auch krank. Doch nach einer Krankheit sind andere auch schnell wieder zurück gekommen. In der schweren Phase am Ende der EL Saison als Bamberg in eine richtige Krise gerutscht ist, war Nachbar auch kein Antreiber. Auch in den Spielen gegen Hagen schaffte er es nicht, der Mannschaft Stabilität zu geben, aber gut, das haben Jacobsen und Gavel auch nicht. Evtl. bin ich zu streng an dieser Stelle.

Unvergessen bleibt mir jedenfalls der Block von Hamann gegen Nachbar. Das war einfach nur traurig anzusehen, wie ein alternder NBA Star von einem Ex-Bamberger Jungen knallhart und vor allem sauber geblockt wurde. Ich war live in der Halle im Audi-Dome dabei und konnte kaum glauben, was ich da gesehen habe. Unvergessen bleiben auch seine 15 hintereinander nicht verwandelte 3er in den Playoffs gegen den FC Bayern, womit er eine unterirdische Playoffs 3er Quote von knapp 23% erreicht (3er Quote im Detail: Hagen 4/23, München 7/27, Oldenburg 2/7). Da hat sogar Tadda eine bessere Ausbeute (25%). Positiv erwähnt werden muss die sehr starke Effektivität von 16.2 und die PPG von 16.8 in der Vorrunde der EL. Das ist der mit Abstand beste Wert der gesamten Mannschaft. Diese exzellenten Werte konnte Nachbar leider nicht mit in die TOP16 transferieren.

Es wundert mich deswegen gar nicht, dass er a) im Laufe der Saison von der Starting Five auf die Bank beordert wurde und b) Bamberg mit ihm in der nächsten Saison nicht weiter macht. Ich bin froh darüber.

Minuten PPG 2FG 3FG RPG APG Effektivität
EL Vorrunde 29:33 16.8 47.3% 37.5% 4.9 1.4 16.2
EL TOP16 24:35 15.5 45.0% 36.5% 2.3 0.8 11.9
BBL Hauptrunde 23:23 12.9 46.3% 41.4% 3.6 2.0 12.1
BBL Playoffs 21:46 15.0 59.2% 22.8% 3.8 1.8 12.5

Mein Wunsch für nächste Saison: Netter Kerl, aber bitte nicht mehr in Bamberg.
Aktueller Status: Er geht zum FC Barcelona

Goldsberry

Bei Goldsberry könnte man sagen: Oldie but Goldie. Die Verpflichtung von Goldsberry war ein großes Risiko nach der Saison 2011/2012, die er nahezu vollständig aus Krankenzimmern und von der Bank beobachten konnte. Die Verletzung am Ende der abgelaufenen Saison zeigte auch, dass die Kritiker durchaus Recht behalten sollten. Goldsberry interessierte das alles jedoch nicht, er kam zum wiederholten Mal zurück und holte mit der Mannschaft die vierte Meisterschaft in Folge. Goldsberry ist ein Stehaufmännchen und er wird eines Tages ebenfalls in die Hall-of-Fame der Bamberger Basketballer aufgenommen werden müssen.

Goldsberry’s Spielweise ist höchst unspektakulär und seine Stats wirken auch eher grau. Doch er ist nicht umsonst der Floorgenerall mit einem der höchsten Basketball IQs in der gesamten Beko-BBL. Er weiß immer zur rechten Zeit, wann er das Spiel langsam oder schnell machen muss, wann der richtige Zeitpunkt ist, für einen seiner wenigen Dreier. Diese trifft dann auch hochprozentig. Das wichtigste jedoch ist, der er die rechte Gehirnhälfte von Fleming in seiner rechten Hand trägt. Goldsberry bringt Struktur ins Spiel, Flemings Handschrift ist sofort erkennbar, er macht keine Dinge im Alleingang, er fördert stattdessen den erfolgreichen Team-Basketball. Es kommt hinzu, dass er für einen Aufbauspieler recht viele Rebounds holt, Defensiv wie Offensiv, was erneut auf einen recht hohen BBL-IQ deutet. Da könnte sich z.B. Tadda eine Scheibe von abschneiden.

Wirft man einen Blick auf die Stats, dann fällt der Leistungsabfall in der EL TOP16 sofort auf. Eine Effektivität von 3.5 bei knapp 27 Minuten im Schnitt ist schon grenzwertig. Sein Problem ist tatsächlich etwas sein fortgeschrittenes Alter und somit die nicht mehr vorhandene Schnelligkeit und Physis. Wenn hart und schnell gespielt wird, dann tut sich Goldsberry schon schwer, das hat man während dieser EL Saison schon deutlich gesehen. Deswegen braucht er eine starke Unterstützung von einem jungen Wilden, der in Form von Gipson, Schmidt und dann auch Renfroe in der letzten Saison nicht wirklich gegeben war. Das wird nächste Saison hoffentlich besser.

Minuten PPG 2FG 3FG RPG APG Effektivität
EL Vorrunde 19:26 3.9 61.5% 35.0% 2.0 2.7 4.3
EL TOP16 27:26 5.0 20.0% 45.8% 2.0 2.4 3.5
BBL Hauptrunde 19:43 3.9 42.1% 45.5% 2.2 2.8 7.3
BBL Playoffs 18:11 3.4 44.4% 45.0% 1.8 3.3 6.0

Mein Wunsch für nächste Saison: Ein Jahr noch behalten, als Backup-Aufbauspieler
Aktueller Status: Er bleibt als 7. Ausländer!

Gipson

Gipson, Gipson, Gipson… oder besser gesagt Zappelphilipp. Selten habe ich mich so intensiv und vor allem so oft über einen Mannschafts-Sportler so geärgert, wie über ihn. Da fällt mir spontan nur noch Nelson Valdez von Borussia Dortmund ein. Gipson ist 30 Jahre alt und agierte auf dem Feld teilweise wie ein 17jähriger: Vollkommen nervös und verunsichert, seine Spielweise meist egoistisch. So viele TO’s wie von ihm im Laufe der Saison fabriziert, kann man als Trainer kaum ertragen. Machen wir es kurz: Gipson war da und es war gut, als er weg war. Und zwar für alle.

Die Stats sprechen eine leicht andere Sprache. In der BBL schaut das gar nicht so schlecht aus, denn gegen schwache Gegner wusste er auch wirklich zu gefallen. Kaum war der Gegner etwas stärker, wie in der EL, so kam sofort der Zappelphilipp zurück.

Minuten PPG 2FG 3FG RPG APG Effektivität
EL Vorrunde 22:46 8.1 35.4% 46.2% 1.7 2.8 5.8
EL TOP16 16:54 6.8 40.0% 44.4% 0.8 0.8 1.8
BBL Hauptrunde 22:12 10.1 47.3% 39.1% 1.6 2.2 8.2
BBL Playoffs

Mein Wunsch für nächste Saison: Nein, danke.
Aktueller Status: ?

Williams

Was soll man über einen Spieler sagen, der gerade mal sieben Spiele für Bamberg absolviert hat? Physisch ist er sicher eine Wucht und besitzt zudem exzellente Sprungkraft. Doch leider konnte er sich nicht so in Szene setzen, bzw. er konnte seine Fähigkeiten nicht in bare Münze umwandeln. Evtl. war auch das Bamberger Spiel nicht auf ihn zugeschnitten. Er wurde nicht viel eingesetzt, was seiner Integration schadete. Am Ende wurde der kurzfristige Vertrag auch nicht verlängert. Evtl. hätte er aber mit etwas Geduld (siehe Ford) zu einem besseren Massey werden können. Im Nachhinein ist man eben schlauer.

Minuten PPG 2FG 3FG RPG APG Effektivität
EL Vorrunde 12:08 4.3 41.4% 0.0% 3.4 0.3 3.3
EL TOP16
BBL Hauptrunde
BBL Playoffs

Mein Wunsch für nächste Saison: Passt nicht.
Aktueller Status: ?

Ogilvy

Ogilvy = Pleiten, Pech und Pannen stets mit einem Grinsen im Gesicht :-)

Pleiten, oder anders gesagt Verletzungen, waren leider an der Tagesordnung. Er kam quasi schon verletzt nach Bamberg. Da muss man sich schon fragen, was ein medizinischer Check für die Bamberger Verantwortlichen eigentlich bedeutet. Es kam dann wie es kommen musste: Erst setzte er fast die halbe Saison aus, weil er verletzt war, dann kam er zwar zurück, war aber komplett neben der Spur. Dann erneute Verletzungen und Rückschläge. Ein Teufelskreis. Wenn er spielte, dann meistens mit viel Pech. Guter erster Schritt, gute Moves zum Korb, doch zu oft warf er dann Ziegelsteine gegen das Brett. Manchmal tat es mir als Zuschauer richtig weh zuzuschauen. Sein Spiel war ebenfalls von vielen Pannen bestimmt: Fehlpässe und Ballverluste. Eigentlich nur schade, denn es gibt wenig Leute, die so viel Pech haben, so oft vom Trainer unberücksichtigt werden und dann trotzdem nie die Klappe aufmachen um sich zu beschweren. Ogilvy steckte alles weg, was ihn irgendwie wieder sympathisch machte. Sympathie alleine reicht im Profisport leider nicht aus, die Leistung muss ebenso passen. Und hier muss man konstatieren: Die Leistung passte nicht bzw. es hat einfach nicht gereicht. Das Experiment Europa für ist Ogilvy  fehlgeschlagen. Deswegen freue ich mich für ihn, dass er wieder zu Hause unter der australischen Sonne spielen darf.

In der Beko-BBL Hauptrunde machte AJ gerade mal sieben Spiele, in der EL Vorrunde ganze zwei, bei einer Effektivität von schmeichelhaften 0.5 Punkten. Immerhin kam er in der TOP16 in 13 von 14 Spielen zu Kurzeinsätzen (in sieben Spielen max. 5 Minuten). Sein bestes Spiel für die Bamberger machte er allerdings in den Playoffs. Als Geheimjoker stach er im extrem wichtigen Auswärtsspiel gegen den FC Bayern München mit 10 Punkten und einigen wirklich gelungenen Aktionen. In den beiden darauffolgenden Spielen glänzte er aber wieder mit 0 Punkten. Negativ erwähnt werden muss seine unglaublich schwache Rebound-Leistung. Für einen klassischen Center mit seiner Größe einfach nicht akzeptabel.

Minuten PPG 2FG 3FG RPG APG Effektivität
EL Vorrunde 4:39 0.5 0.0% 0.0% 1.0 0.0 0.5 (2 SP)
EL TOP16 9:37 4.4 46.3% 0.0% 1.8 0.2 4.5
BBL Hauptrunde 16:28 11.9 54.5% 0.0% 4.1 1.3 13.0 (7 SP)
BBL Playoffs 9:24 2.6 36.4% 0.0% 1.8 1.1 3.3

Mein Wunsch für nächste Saison: Passt nicht zu Bamberg, evtl. zu schwach für internationalen Basketball.
Aktueller Status: Spielt wieder für den Heimatverein in Australien

Massey

Das größte Missverständnis der vergangenen Saison war die Verpflichtung von Massey. Und neben Gipson heißt das schon was. Er wurde in der Phase verpflichtet, als die Bamberger Herren gemerkt haben, dass es in der Zone und in der Defense auf internat. Niveau einfach nicht reicht. Ein defensiv starker und physischer 4er wurde gesucht, der die Mannschaft bei den Rebounds entlastet und im Zonenspiel verstärken sollte. Das Profil von Massey passt eigentlich auf diese Anforderungen, aber was Massey dann gezeigt hatte, war etwas völlig anderes. Von Spiel zu Spiel entfernte er sich immer öfter aus der Zone, schoss bald nur noch wilde 3er von Außen und das nicht mal erfolgreich (20% bzw. 25%). Erstaunlicherweise hörte er damit nicht auf, sondern ballerte teilweise wie ein Verrückter immer wieder auf den Korb. Vom Gang in die Zone ganz zu schweigen. Defensiv war er auch nicht ansatzweise die Verstärkung, die man sich erhofft hatte. Menschlich erwies er sich dann auch noch als sozialer Kröpel, ein absoluter Egozentriker. Ein ums andere mal navigierte er sich mit seinen eigenen Aussagen ins Aus.

Unvergessen bleibt an dieser Stelle der Ellenbogen-Schlag in den Unterleib von Steffen Hamann. Allein nach dieser höchst unsportlichen Aktion hätte ich diesen Spieler intern suspendiert. Er durfte allerdings zur Verwunderung aller noch ein paar Spiele für die Bamberger bestreiten.

Doch auch die Bamberger Verantwortlichen, allen voran Heyder, hat sich bei Massey‘s Verpflichtung nicht mit viel Ruhm bekleckert. Er wurde zu spät für die zweite Hälfte der EL TOP16 angemeldet und durfte erst mal nur zuschauen. Das ist ein höchst peinlicher Fehler, der eigentlich nicht passieren darf. Doch ja, Fehler sind menschlich und auch Heyder wird viel dabei gelernt haben, in jeglicher Hinsicht. Die Spiele, die Massey in der EL noch bestritt, waren dann auch alle eher in der Kategorie: Mit viel Luft nach oben (Effektivität 5.8 bei 18 Minuten im Schnitt und einer 20%igen 3er Quote und ganze 2.8 Rebounds pro Spiel)!

Der Befreiungsschlag der Bamberger Mannschaft nach seinem Rauswurf zeigte dann auch deutlich, wie stark er das Mannschaftsklima vergiftet haben muss. Der Rauswurf war dann die einzig richtige und konsequente Entscheidung. Damit wurden die oben beschriebenen Fehler einigermaßen korrigiert, was die Mannschaft mit nichts anderem als der deutschen Meisterschaft bestätigte. Insgesamt bestritt Massey 15 Spiele für die Bamberger (10 BBL und 5 EL TOP16).

Minuten PPG 2FG 3FG RPG APG Effektivität
EL Vorrunde
EL TOP16 18:14 6.2 40.0% 20.0% 2.8 0.6 5.8 (5 SP)
BBL Hauptrunde 22.22 11.3 64.3% 25.0% 5.1 1.6 13.8 (10 SP)
BBL Playoffs

Mein Wunsch für nächste Saison: Bitte nicht!
Aktueller Status: Spielt wohl bei Champville SC im Libanon

Walsh

Walsh absolvierte nur 11 Spiele für die Bamberger. Das ist sehr bedauerlich, weil er ein guter Typ ist, mit einem wirklich hohen Basketball IQ. Walsh ist ein klassischer Allrounder, er kann so ziemlich alles, was im Basketball notwendig ist: er hat ein gutes Auge für den Mitspieler, guten Pass, guten Wurf, gute 3er Quote, gute Reboundwerte und er ist obendrein eine starke Kampfsau.

In den sechs Spielen in der Beko BBL hat er extrem gut eingeschlagen: In durchschnittlich 22 Minuten auf dem Parkett erzielte er 12.2 Punkte und holte 6.6 Rebounds (!!!). Dazu 3.2 Assists bei einer 3er Quote von 45%. Das sind wirklich exzellente Werte, vor allem bei den Rebounds! Er holte mehr Rebounds im Spiel als Ford oder Zirbes. Noch Fragen? Die Effektivität ist die höchste, sogar höher als die von Gavel, auch wenn der Vergleich aufgrund der wenigen Spiele etwas hinkt. Doch was, wenn er die Leistung über die gesamte Saison erbracht hätte? Hätten wir einen zweiten Gavel im Team? Vielleicht. Leider stoppte ihn eine blöde Verletzung und wir werden das nicht mehr erfahren.

Zu erwähnen ist noch seine sehr hohe TO Anzahl in den wenigen Spielen. Ich denke jedoch, für die tragende Rolle, die er kurzfristig ohne ausreichender Trainings- und Eingewöhnungszeit in der Mannschaft bekommen hatte, ist das nachzuvollziehen. Ich fand Walsh richtig gut, weil er auch ein Kämpferherz hat und um jeden Ball kämpft. Er hätte eine zweite Chance in Bamberg sicherlich verdient.

Minuten PPG 2FG 3FG RPG APG Effektivität
EL Vorrunde
EL TOP16 24:53 7.5 47.8% 26.1% 5.5 3.3 8.7 (5 SP)
BBL Hauptrunde 22:23 12.2 56.3% 45.8% 6.6 3.2 16.2 (6 SP)
BBL Playoffs

Mein Wunsch für nächste Saison: Gerne wieder, aber von Anfang an
Aktueller Status: Geht zu Virtus Bologna, Italien

Renfroe

Renfroe kam in einer sehr schwierigen Phase nach Bamberg. Bamberg schlotterte gerade in die Krise. Es war kein Leichtes in dieser Phase zu glänzen oder sich zu integrieren. Doch mit seiner guten, offenen und positiven Art, hat er sich recht schnell in die Herzen der Bamberger gespielt. Seine Werte können sich wirklich sehen lassen. Er ist noch jung und es wäre viel Potential nach oben gewesen. Ich verstehe nicht ganz, warum Bamberg sich recht früh nach den Playoffs gegen ihn entschieden hat.

Seine Schwächen waren recht klar: zu unsicher im Ballvortrag und zu viele TOs. Für einen 1er einfach No-Go’s. In den Spielen gegen Hagen und den FC Bayern in den Playoffs hat mir wirklich das Herz geblutet, als seine Gegenspieler ihm ein ums andere Mal einfach den Ball wegspickten. Er wirkte oft auch sehr nervös und produzierte dadurch auch viele Fehlpässe.

Gut gefallen hat mir sein Zug zum Korb und seine Schnelligkeit (Rennfrosch :-) ). Seine 3er Werte waren OK und ich kann mich an zwei 3er erinnern, die uns in den Playoffs den Kopf aus der Schlinge zogen. Wie gesagt, er hätte eine Chance über die gesamte Saison verdient gehabt, mit dem Bamberger Trainerstab hätte man sicher viel bewegen können.

Die Anzahl der Rebounds und der Assists ist wirklich oberes Niveau für einen Aufbauspieler. Die Werte von Goldsberry liegen weit darunter. Aber wie oben schon erwähnt, Basketball ist viel mehr als nur Statistiken.

Minuten PPG 2FG 3FG RPG APG Effektivität
EL Vorrunde
EL TOP16
BBL Hauptrunde 27:19 6.9 51.4% 40.0% 3.6 4.6 11.4
BBL Playoffs 24:56 7.3 58.5% 31.3% 4.3 4.8 11.1

Mein Wunsch für nächste Saison: Hätte in Bamberg wirklich eine zweite Chance verdient. Schade.
Aktueller Status: Auf Jobsuche?

Tadda

Für mich war Tadda der mit Abstand schlechteste Stammspieler der Saison. Damit schließe ich die ganzen Neuzugänge und den langzeitverletzen Ogilvy aus.

Tadda ist kein Talent mehr, ganze 25 Jahre alt inzwischen, sondern ein gestandener BBL-Spieler mit langjähriger internationaler Erfahrung, ja er ist gar deutscher Nationalspieler (warum auch immer).

Seine Werte sind schlecht bis sehr schlecht. Er kann nichts wirklich gut, nur vieles ein bisschen. Der einzige Grund, warum man an ihm wohl festhält ist, dass er a) ein Deutscher ist (und gar aus der Region) und b) eine ganz passable Defense mit sich bringt. Das war’s. Ansonsten ist er einfach nur ein Randspieler, einfacher BBL-Durchschnitt.

Seine Effektivitätswerte sind vernichtend schlecht, und zwar in allen Wettbewerben. Das spielgelt ganz gut meine Wahrnehmung von ihm wieder. Effektivität 2.8 in den TOP16 und in den Playoffs sprechen eigene Sprache. Seine Befürworter werden jetzt entgegnen, dass es für seine Defense keine Statistik gibt und diese ja so überragend sein soll. Zum einen habe ich mir seine Steals Werte angesehen, die im Durchschnittsbereich liegen. Zum anderen gibt es in der BBL viele andere junge deutsche Spieler, die ähnlich gut verteidigen, die aber auch offene Korbleger und offene 3er im Schlaf verwandeln können. Für Tadda stellt letztgenanntes oft eine große Herausforderung dar. OK, ich übertreibe ein wenig, aber die Tendenz stimmt.

Was ich viel schlimmer finde, als seine rein statistischen schlechten Werte, ist sein Entwicklungsstopp. Seit mindestens zwei Jahren kommt er keinen Schritt weiter. Teilweise stagniert seine Leistung eher. Das ist unverständlich. Seine Playoffs-Werte sind, wenn man ehrlich ist, unteres Niveau. Mit Fleming und Co als Trainer, die in den letzten Jahren fast aus jedem einen Top-Spieler geformt haben, verstehe ich diese Stagnation nicht. Liegt es an ihm oder am Trainer? Ich weiß es nicht. Evtl. sollte man ihn wirklich ziehen lassen und einem Stuckey eine Chance in Bamberg geben. In Würzburg hat er teilweise echt gute Leistungen gezeigt.

Minuten PPG 2FG 3FG RPG APG Effektivität
EL Vorrunde 14.09 3.4 40.0% 41.7% 1.9 0.8 3.8
EL TOP16 18:24 3.1 37.5% 23.8% 1.4 1.2 2.8
BBL Hauptrunde 16:38 3.6 48.8% 32.2% 1.6 1.3 4.5
BBL Playoffs 15:46 3.4 23.5% 25.0% 1.7 1.4 2.8

Mein Wunsch für nächste Saison: Er braucht den nächsten Entwicklungsschritt, und zwar außerhalb von Bamberg.
Aktueller Status: Wird wohl bleiben

Schmidt

Schmidt ist inzwischen 23 Jahre alt, gilt aber immer noch als Nachwuchstalent. Ich glaube viele vergessen sein Alter und er genießt deswegen noch so eine Art Welpenschutz. Auf der anderen Seite, wenn ich mich auf internationalen Niveau so umsehe, dann sind exzellente „Talente“ bereits unter 20 Jahren leicht zu finden. Mit 23 sind dort Spieler in der Regel gestandene Basketballspieler. Aber eventuell ist das ein generelles „deutsches“ Problem.

Schmidt erinnert mich von seiner Art her stark an Bastian Doreth: sicherer Ballvortrag und ganz gute Übersicht, dabei immer auf Sicherheit bedacht. Aber. Beide sind einfach zu langsam und von Außen zu ungefährlich. Wenn Sie zum Korb ziehen, dann verbreiten sie auch nicht Angst und Schrecken. Ein Leo Westermann ist erst 21 Jahre jung oder sein Teamkollege Vucic ist auch erst 24 Jahre, doch beide sind bereits die Führungs-Spieler bei Partizan Belgrad. In den beiden EL-Spielen gegen Bamberg haben mich beide Spieler fasziniert. Schade, dass keiner von beiden den Weg nach Bamberg findet. Das wäre für mich persönlich die größte Sensation. Egal, ich schweife ab. Solche Spieler findet man in anderen Ligen öfters. In Deutschland gibt es sie ebenfalls, Ole Wendt von Phönix Hagen zum Beispiel. Er ist auch erst 21, doch er kann einfach bereits heute Vieles, was Schmidt oder Tadda auch mit 30 nicht erlernen werden. Wendt ist mit seinen 21 Jahren bereits ein Führungs-Spieler seiner Mannschaft und nicht ein Talent, der in unbedeutenden  Spielen 5 Minuten Einsatzzeit bekommt, wenn der Trainer einen guten Tag hat. Mag sein, dass ich mich irre, soll ja vorkommen, aber in Schmidt sehe ich mittelfristig einfach keinen Mehrwert und somit auch keine Chance eine tragende Rolle für Bamberg zu spielen. Wenn er bleibt, dann wird er immer der Ergänzungs-Aufbauspieler bleiben. Ihm würde es sicherlich auch gut tun, zu einem anderen BBL-Club zu wechseln, bei welchem er mehr Minuten bekommt, um nicht für immer das „ewige Talent“ zu bleiben.

In dieser Saison hat er recht viele Minuten auch bekommen, und zwar aufgrund der vielen Verletzungen. Aus meiner Sicht hat er die Chance nicht wirklich genutzt. Er hat natürlich im Rahmen seiner Möglichkeiten gut gespielt. Doch warum kann so ein Spieler dann nicht einfach über sich hinauswachsen und explodieren? Schmidt hat in der EL sogar 12 Spiele absolviert, in nur drei (!) davon hat er eine positive Effektivität aufzuweisen, in fünf Spielen gar eine negative. Seine 3er Quote ist miserabel (14% TOP16 und 17% BBL Vorrunde). Dabei hat er in den Top16 im Schnitt immerhin 9:15 gespielt. Doch gerade in diesem Wettbewerb wurde es ganz deutlich: Schmidt ist einfach nicht gut genug, bzw. noch nicht so weit. Doch da sind wir wieder bei der Frage, ob es bei ihm mittelfristig die Aussicht gibt, sich zu verbessern? Ich weiß es nicht. Einfach nur sicher den Ball von der einen in die andere Hälfte vorzutragen ist für den Bamberger Anspruch, und auch meinen, zu wenig.

In den Playoffs hat er auch seine 3er besser getroffen, zwei ganz wichtige waren auch dabei. Ob das jedoch Grund genug ist, in der Zukunft weiter auf ihn zu setzen? Hamann war in seinem Alter bereits ein ganz anderes Kaliber.

Fairerweise muss aber konstatieren, dass er Bamberg in schweren Phasen, wenn Not am Mann war, ganz gut vertreten hat, national wie auch international. Das respektiere ich. Er muss sich jedoch selbst die Frage stellen, ob seine Rolle in Bamberg das ist, was ihn persönlich weiter bringt. Das kann ihm keiner abnehmen.

Minuten PPG 2FG 3FG RPG APG Effektivität
EL Vorrunde 1:37 0.0 0.0% 0.0% 0.0 0.0 0.0
EL TOP16 9:15 1.2 40.0% 14.3% 0.6 1.4 -0.6
BBL Hauptrunde 8:38 2.2 47.1% 16.7% 0.7 0.9 2.0
BBL Playoffs 3:42 0.7 0.0% 33.3% 0.3 0.8 1.0

Mein Wunsch für nächste Saison: Ausleihen an einen BBL Konkurrenten
Aktueller Status: Wird wohl in Bamberg bleiben

Neumann

Neumann ist von Natur aus ein unglaublicher Sympathieträger, oder anders gesagt, ein sympathischer Draufgänger im positiven Sinne. Ich mag ihn und ich mag seinen unbändigen Willen. Seine unorthodoxe Art Basketball zu spielen, macht ihn irgendwie auch einzigartig. Die Anmeldung zur NBA Summerleague hätte er sich allerdings sparen können.

Bei keinem anderen Spieler ist der Leistungsbruch zwischen BBL und EL so krass wie bei ihm. Wie will der allen ernstes in die NBA? Neumann ist derzeit ein sehr guter Spieler für die deutsche Liga, gegen international erfahrene Center sah er allerdings ganz alt aus mit seinen frischen 21 Jahren. Trotzdem, er hat sich zur Vorsaison mit am meisten weiter entwickelt. Vom reinen Wusler hat er sich im Laufe der Saison in die feste Rotation gespielt, und zwar nicht aufgrund der Verletzungen, sondern aufgrund seiner guten Leistungen. Apropos Leistungen. Diese waren leider extrem unkonstant, Genie und Wahnsinn wechselten sich von Spiel zu Spiel ab. Daran muss Neumann in der nächsten Saison sicher noch arbeiten.

Seine beste Leistung lieferte Neumann folgerichtig in den Playoffs. In manchen Spielen hatte er dabei gar eine entscheidende Rolle gehabt. Das freut mich sehr für ihn. Leider schwächelte auch er bei den Rebounds, da muss mehr gehen, insbesondere aufgrund seiner Position und seiner Größe, und das ist das zweite, woran er in der kommenden Saison arbeiten sollte.

In die NBA kann er gehen, wenn er regelmässig Spiele, wie am Ende der regulären Saison gegen Gießen abliefert, und zwar in der BBL und in der EL. Dieses Spiel bleibt für mich unvergessen. Neumann spielte einfach überragend und erzielte 24 Punkte. Das war das beste Spiel seines noch kurzen Lebens.

Minuten PPG 2FG 3FG RPG APG Effektivität
EL Vorrunde 8:27 2.4 50.0% 0.0% 1.5 0.1 1.4
EL TOP16 10:26 3.3 65.2% 0.0% 1.7 0.8 3.2
BBL Hauptrunde 13:19 5.8 62.3% 0.0% 3.3 0.5 7.2
BBL Playoffs 10:38 5.6 63.9% 0.0% 3.4 0.1 7.4

Mein Wunsch für nächste Saison: Soll sich so weiter entwickeln und in der EL eine Schnippe drauf legen
Aktueller Status: Bleibt!

Zirbes

Zirbes, der Hoffnungsträger. Sein Einstieg bei den Brose Baskets ist fast schon tragisch. Er durfte, bzw. musste, in die riesengroßen Fussstapfen von Pleiß treten. Da sind auch die Erwartungen der Fans entsprechend hoch ausgefallen. Auch ich hielt Anfangs sehr große Stücke auf ihn. Leider waren die Fußstapfen von Pleiß und der Erwartungsdruck des Umfelds dann doch zu groß. Auf diese Weise verkrampfte Zirbes in den Spielen und die Fans wurden von Spiel zu Spiel immer ungeduldiger. Der traurige und vorläufige Höhepunkt wurde erreicht, als die eigenen Fans in der eigenen Halle lautstark mit „Zirbes raus!“-Rufen auf sich aufmerksam machten. Peinlich. Ich schäme mich dafür noch heute.

Es mag stimmen, dass er keinen guten Start hatte. Er war höchst verunsichert und vom Erwartungsdruck erschlagen. Seine Körpersprache sprach Bände. Dabei waren seine statistischen Werte gar nicht so schlecht. Er spiele recht solide, leider mit vielen unglücklichen Aktionen. Er wurde stets von allen Seiten mit seinem Vorgänger verglichen. Ich habe mir die Mühe gemacht und die erste Saison in Bamberg von Zirbes und Pleiß (2009/2010) zu verglichen (Stats siehe unten). Erstaunlicherweise haben die beiden Akteure nahezu identische Werte. Beide spielten im Schnitt 20 Minuten für Ihre Mannschaft bei einer Effektivität um die 11. Pleiß holte dabei mehr Rebounds und Zirbes erzielte dafür mehr Punkte. Und wenn wir alle ehrlich sind, dann war Pleiß in seiner erste Saison auch ein „Problemfall“, er spielte schlicht zu lasch und konnte sich körperlich nicht durchsetzen. Zirbes ist für mich auch der bessere CENTER. Er hat bessere Center-Bewegugen drauf und kann seinen Körper besser einsetzen. Was ihm noch fehlt sind hohe Reboundwerte, bzw. das richtige Ausblocken unter dem Korb. Das konnte Pleiß zwar auch nicht gut, aber mit seinen Affenarmen konnte er Vieles einfach herunter pflücken, auch wenn er dabei schlecht stand. Somit muss ich faireweise sagen, dass Zirbes den Vergleich zu Pleiß nicht scheuen braucht. Auch der Vergleich zu Pleiß’schen Saison 2011/2012 (drittes Jahr in Bamberg) ist gar nicht so schlecht. Hier muss sich Zirbes in der kommenden Saison allerdings auch steigern. Sein Saisonverlauf lässt jedoch positiv in die Zukunft blicken und die Fans haben sich mit ihm auch wieder versöhnt. Bei der Meisterfeier holte er dann auch die letzten Nörgler vom Dach. Ich finde eine Sache wird ebenfalls noch vergessen: Pleiß hatte in den Jahren immer sehr starke Führungsspieler neben sich: Slaugther, Hines, Tucker oder Suput. Zirbes musste mit Neumann und Anfangs der Saison mit einem pummeligen Ford zusammenspielen, von Ogilvy ganz zu schweigen. Somit lastete tatsächlich viel mehr Druck auf seinen Schultern. Pleiß konnte sich immer im Schatten der Großen verstecken und somit viel befreiter aufspielen. In großen Spielen übernahmen andere die Verantwortung, zumindest in seinen ersten zwei Jahren.

Wie Neumann hatte allerdings auch Zirbes in der EL, vor allem am Anfang, seine Probleme. Er ließ sich auf einfachste Art und Weise von erfahrenen Center veräppeln und sah dabei einfach nur wie eine Marionette aus. Ich fand es jedoch sehr charakterstark von ihm, dass er sich von all der schlechten Fan-Stimmung und der Heyder-Kritik nicht von seinem Weg hat abbringen lassen. Die letzten Spiele in der TOP16 und vor allem in den Playoffs waren alle sehr ordentlich und so musste ich tatsächlich innerlich den Hut vor ihm ziehen, wie schnell er es geschafft hatte, sich von einem Wackelkandidaten zum Leistungsträger zu entwickeln. Mach weiter so, dann werden wir alle noch viel Spass an Dir haben!

Minuten PPG 2FG 3FG RPG APG Effektivität
EL Vorrunde 21:13 8.3 57.8% 0.0% 6.0 0.9 8.8
EL TOP16 18:29 8.1 51.1% 0.0% 4.2 0.4 6.8
BBL Hauptrunde 19:44 8.8 57.7% 0.0% 5.2 0.8 10.9
BBL Playoffs 19:42 9.2 71.0% 0.0% 4.8 0.8 12.1

Mein Wunsch für nächste Saison: Unbedingt halten!
Aktueller Status: Bleibt

Pleiß 2011/2012

Minuten PPG 2FG 3FG RPG APG Effektivität
EL Vorrunde 18.33 6.5 51.0% 0.0% 5.4 0.4 8.1
EL TOP16
BBL Hauptrunde 19:44 9.9 62.2% 44.4% 6.0 0.5 13.5
BBL Playoffs 21:12 10.8 58.2% 40.0% 6.2 0.6 14.6

Pleiß 2009/2010

Minuten PPG 2FG 3FG RPG APG Effektivität
EL Vorrunde
EL TOP16
BBL Hauptrunde 18:55 8.3 58.2% 80.0% 5.5 0.2 11.2
BBL Playoffs 20:33 7.2 52.7% 0.0% 7.1 0.6 11.7

Ich freue mich auf die neue Saison. Wenn die neuen Spieler besser einschlagen, und vor allen Dingen vom Verletzungspech der vergangenen Saison verschont bleiben, dann kann das nur eine sehr gute Saison werden. Vor dem FC Bayern … ähmmm ALBA … oder doch nicht? … brauchen wir uns jedenfalls nicht zu verstecken!!!

Knapp daneben ist auch vorbei

von wbeyersdorf am 21. Februar 2013

Ist es Unvermögen oder schlicht Pech, dass Bamberg nach der 65:68 Niederlage gegen Malaga, nun schon das vierte Spiel in der Runde der letzten 16 Mannschaften mit 3 oder weniger Punkten verliert? Ich würde es als Unvermögen einstufen. Bamberg ist trotz der Neuzugänge Massey und Walsh immer noch ein Team ohne Führung.
Der einbeinige Goldsberry ist weit von seiner Bestform entfernt und es ist nach wie vor sehr fraglich, ob er jemals wieder konstant gute Leistungen zeigen kann. Gerade in der Euroleague sieht man seine Defizite in der Athletik und Schnelligkeit ganz deutlich. Diese Mängel könnte man noch durch Spielintelligenz und Erfahrung wettmachen. Jedoch nicht mehr John Goldsberry. Noch ist es zu früh über den Kader für die nächste Saison zu sprechen. Aber für die Ambitionen Bambergs ist ein Goldsberry eher hinderlich.

Ob die Addition von „Tim-Begley-Reloaded“ Matt Walsh die Mannschaft besser macht, kann ich noch nicht beurteilen. Mir ist jedenfalls beim Aufwärmen vor der Partie aufgefallen, dass Walsh nur etwa jeden dritten Wurt traf. Dies setzte sich leider auch im Spiel fort. Aber ihm sollte man nicht nach einem Spiel beurteilen. Die Bamberger Verantwortlichen werden sich bei seiner Verpflichtung schon etwas gedacht haben, stand er doch schon länger auf dem Wunschzettel von Coach Fleming.

Wie ein roter Faden zieht sich seit Saisonbeginn die Schwäche auf den großen Positionen durch das Bamberger Spiel. Kein einziger Power Forward oder Center bringt auch nur annähernd konstante Leistungen. Maik Zirbes zahlt Partie für Partie Lehrgeld. Woher soll er auch die Erfahrung auf höchstem europäischen Level haben?
Gleiches gilt für Ford und Ogilvy, die in ihren bisherigen Stationen keine einzige Minute Euroleague-Erfahrung sammeln konnten. Trotz seiner 16 Punkte gegen Malaga sucht Boki Nachbar immer noch seine Form. Er will Verantwortung tragen und er will die Spiele entscheiden, doch bei der Wahl der Mittel greift er öfters daneben. Er will die Entscheidung häufig mit schlechten Würfen erzwingen, was leider nicht immer gelingt. Da wäre eine cleverere Schussauswahl manchmal hilfreich.
Karsten Tadda kann vor dem Spiel beim warm-up 100 Dreier treffen, in so einer engen Partie muss er einfach eiskalt seine Möglichkeiten nutzen. Zweimal hatte er gegen Malaga die Chance dazu, beides Mal fand sein Dreierversuch (obwohl in sehr freier Wurfposition) nicht den Weg durch den Ring. Wobei man wieder bei der Eingangs gestellten Frage ist: Unvermögen oder Pech? Die Fähigkeit die Big-Points zu machen, eiskalt seine Möglichkeiten zu nutzen kann man nur bedingt lernen. Entweder man hat es, oder man hat es nicht. Dies sind dann die Momente, wo Basketball zum Sport für echte Männer wird, durch deren Adern kein Blut sondern Eiswasser fließt. Von dieser Spezies scheint es leider im Bamberger Team 2012/13 nur wenige zu geben.

Wie oft in den vergangen Wochen hat man sich als Fan eigentlich darüber beklagt, die Spieler hätten nicht alles geben, sind zu spät aufgewacht, oder haben in der Abwehr Lücken gezeigt, die an einen Schweizer Käse erinnern? Die Antwort lautet: viel zu oft! Und trotzdem könnte man mit mehr Können oder Glück mit einer 4:4 Bilanz in der Euroleague sehr gut dastehen. Aber „hätte-wäre-wenn“ gibt es nicht, schon gar nicht im Basketball.

„Eier, wir brauchen Eier!“

von DRiW am 03. Februar 2013

Mit einem weltbekannten Zitat eines Titanen fange ich meinen ersten Beitrag bei wbeyersdorf.de an. Meiner Meinung nach passt dieser Satz wie die Faust aufs Auge auf die derzeitigen Darbietungen der Bamberger Basketballer. Doch dazu später mehr.

Ich bin von Anfang an Passivleser bei wbeyersdorf.de und das ist schon wirklich recht lange her. Ich war immer großer „Fan“ dieser Seite, denn die konstruktive Kritik spiegelte meistens auch meine persönliche Meinung wieder. Deswegen bin ich jetzt schon recht aufgeregt, selbst ein Teil dieser Fanseite zu werden. Ich bin kein Basketballlehrer. Ich bin ein passionierter kritischer Basketball- und Sport-Fan. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich komme aber gleich zur Sache: Eier. Warum braucht Bamberg Eier? Schaut man sich die Spiele der gesamten EL Saison an (und die zwei Spiele gegen ALBA), dann wird ziemlich schnell deutlich, was der Bamberger Mannschaft in dieser Saison fehlt. Das sind Typen, die in kritischen Phasen die Eier in der Hose haben, das Spiel an sich zu reißen, die Mitspieler zu motivieren und notfalls auch in den Arsch zu treten und letztendlich, ein Spiel für ihre Mannschaft entscheiden zu können. Es gab in der EL genügend Spiele, in welchen solche Typen gefragt waren. Sie sind jedoch nicht erschienen und somit gingen die meisten davon auch verloren. Hätte Bamberg einen Anton Gavel nicht, der aus meiner Sicht der einzige ist, der dieses Kriterium einigermaßen erfüllt, dann hätte sich Bamberg noch nicht mal für die TOP16 qualifiziert. Mir läuft’s eiskalt den Rücken runter, wenn ich mich an das letzte und alles entscheidende Spiel gegen Zagreb erinnere. Mit viel Glück und wenig Verstand wurde das Spiel zwar gewonnen, doch die Frage ist wie. Wenn ich mir aber die ganzen Spiele in der TOP16 bisher ansehe, dann frage ich mich, ob das wirklich so gut war. In den letzten Minuten haben einfach Typen gefehlt, die das Feuer in den Augen hatten, was bei so einem Spiel zumindest erwartet werden muss. Stattdessen hatten alle Spieler die Hosen voll, gaben die Verantwortung ab oder versteckten sich.

Ganz schwindelig wird mir ebenfalls, wenn ich an das vorletzte Spiel in der Vorrunde gegen Rytas denke. Da hätte der Einzug in die TOP16 bereits gebucht werden können. Und auch die vielen „knappen“ EL Niederlagen sind aus meiner Sicht auf dieses Manko zurückzuführen. Bamberg spielt gut mit, so lange der Gegner es zulässt. Macht der Gegner ernst, dann beugt sich Bamberg mehr oder weniger seinem Schicksal und die Spiele gehen verloren. Hinterher sagen alle, wie traurig es ist, so knapp zu verlieren. Es „sei ungerecht“ aus so einem Spiel ohne „verdiente“ Belohnung raus zu gehen. Das ist die Fleming’sche Standardaussage nach diesen Spielen. Doch wer hat sich ernsthaft gewehrt, wer hat mit aller Macht gegen die Niederlage gekämpft? Ein Gavel alleine reicht dann einfach nicht. Die Gegner wissen das und stellen ihn zu. Doch wo sind dann die anderen Kandidaten? Nachbar, Jacobson? Fehlanzeige. Neumann, Schmidt und Tadda überfordert. Ogilvy verletzt oder neben der Kappe. Zirbes ist diesen Phasen oft mit zu vielen Fouls vorbelastet bzw. er schaut gegen EL Center ohnehin oft ganz schlecht aus. Goldsberry zeigt in diesen Phasen manchmal Eier, jedoch nicht konstant. Ford war in der Vorrunde eher ein Witz, aktuell wäre er nach Gavel ein zweiter Kandidat. Gipson ist mit sich selbst überfordert…

Doch wenn man in der EL TOP16 Spiele gewinnen will, oder gegen ALBA (autsch), dann reicht das schlicht und ergreifend nicht. Wir brauchen Eier in allen Mannschaftsteilen. Alle müssen heiß sein, alle müssen über sich hinauswachsen. Alle müssen den Schaum vor dem Mund haben. Ich habe das in dieser Saison bisher kaum, oder wenn man ehrlich ist, gar nicht gesehen. DAS ist das Hauptproblem! Deswegen wird man auch weiterhin die Spiele „knapp“ verlieren, wenn sich die Einstellung der Spieler nicht bald ändert.

Ich sehe das so: Man kann in den meisten Mannschaftssportarten durch folgende Kriterien erfolgreich sein:

  1. Qualität der Einzelspieler
  2. Mannschaftsgeschlossenheit
  3. Motivation
  4. Kampf

In der BBL gewinnt Bamberg derzeit hauptsächlich aufgrund des ersten Kriteriums nahezu alle Spiele, denn dafür reicht es noch. Die Erfolge der letzten Jahre sind jedoch vor allem auf die Punkte 2-4 zurückzuführen. Die Mannschaftsgeschlossenheit war der Star der Mannschaft. Das Mannschaftsgefüge war hervorragend. Wenn der Gegner es erforderte, dann wurde durch Motivation und Kampf der Gegner komplett an die Wand gefahren.

In der EL versucht Bamberg in dieser Saison die Spiele aufgrund des ersten Kriteriums zu gewinnen. Man misst sich mit den meisten EL Mannschaften auf Augenhöhe. Und genau das ist der Fehler. Bamberg hat nicht die Spieler, nicht die Qualität in der Mannschaft, um in der EL zu bestehen. Deswegen müsste gerade über die Bamberger Tugenden ins Spiel gefunden werden. Doch das ist leider zu oft nicht der Fall. Leider. Die zwei Niederlagen gegen ALBA waren ein Musterbeispiel dieses Vergleichs. Bamberg dachte, sie könnten wie in den Vorjahren leicht gegen Alba gewinnen. Als das nicht aufging, konnten sie in keinster Weise durch den Kampf, Motivation oder durch Mannschaftsgeschlossenheit die Lücke schliessen. Ein Jammer. Wie oft sehen wir in dieser Saison die Mannschaft sich gegenseitig abklatschen? Wie oft sehen wir die Mannschaft auf dem Feld diskutieren? Wie oft sehen wir die Mannschaft auf dem Feld in alter „Stafford“-Manier um jeden Ball kämpfen? Seien wir doch mal ehrlich.

Will man die EL (noch) rocken, will Bamberg die EL rocken, dann geht das NUR durch Mannschaftsgeschlossenheit, jeder Spieler muss über beide Ohren motiviert sein und bereit sein, auf dem Feld ein „Stafford“ zu sein. Oder: „Eier, wir brauchen Eier!“.

Schon in wenigen Tagen, am Donnerstagabend, hat Bamberg die Möglichkeit mich vom Gegenteil zu überzeugen. Es ist ein „alles oder nichts“ Spiel. Es ist ein Spiel der alten Bamberger Tugenden. Wird sich Bamberg auf die Qualität der einzelnen Spieler verlassen, geht das Spiel verloren. Besinnen sie sich wieder auf die Kriterien 2-4, dann freue ich mich auf das Spiel und einen grandiosen Sieg gegen den „großen“ FCB, der unter Pesic für mich persönlich zu einem Meisterschaftskandidaten reift.

P.S. Ich vermisse Suput, bzw. seine Eier.

ENTTÄUSCHUNG?! Jein…

von E.M. Luft am 16. Dezember 2011

Ja, weil alle gehofft und erwartet hatten, dass es diese Jahr klappen würde mit der Top 16 Teilnahme.

Ja, weil viele der Meinung waren (sind), dass die Mannschaft – trotz Goldsberrys Ausfall – doch stärker sei, als die vom letzten Jahr. Auch – weil Fortschritte bei den Youngsters erwartet werden konnten.

Ja, weil wieder zwei Spiele nur unglücklich verloren wurde und eines – gegen Athen – überraschend gewonnen wurde.

Nein, weil man einfach anerkennen muss, dass europäischer Basketball immer noch viel besser ist als deutscher (Europameisterschaft).

Nein, weil, Heyders Anstrengungen zum Trotz, die Budgets anderer Spitzenvereine immer noch um so viel höher sind als unserer, dass wir höchstens nach einer Fusion zweier Großvereine ein bisschen in der Lage wären dieses Niveau zu erreichen (Illusion).

Nein, weil die Mannschaft eben doch in der BBL ohne richtige Konkurrenz (Ausnahmen gibt es) da steht und nicht in dem Maß gefordert wird, wie es für eine EL notwendig wäre.

Dennoch kann man nach einem solchen Spiel Kritik nicht unterlassen. Kaunas hat es verstanden, Bamberg von Beginn an hervorragend aus dem Spiel zu nehmen. Die Bamberger wussten nicht wohin mit dem Ball, wohin laufen, immer war ein Litauer zur Stelle. Kein geordneter Spielaufbau, riesige Nervosität bei allen Spielern. Manchmal hatte man den Eindruck, dass die Spieler die Bälle nicht mal richtig festhalten konnten.

Hinzu kommt die erschreckend schwache Dreierquote, die normalerweis bei fat 40 % liegt. Mit 15 % Quote kann man gegen einen solchen Gegner nie gewinnen. Natürlich lag das eben auch an der tollen Verteidigung!

Noch ein Wort zu Tibor Pleiss (mancher mag gemerkt haben, dass wir keine Freunde mehr werden): Wir sollten fast hoffen, das Oklahoma ihn bald haben will, damit sein Platz frei würde für einen „richtigen“ Center. Größe allein mag zwar teuer sein, ist aber nicht alles.

Wenn man sieht, dass bei Kaunas vier fast gleich Große völlig austauschbare Center spielen, kann man nur wünschen wir hätten wenigstens einen solchen in unseren Reihen!

Im Übrigen war und ist es unverständlich, warum Tadda nicht mehr Minuten bekommt. So gut wie Jenkins ist er im Moment alle Mal. Auch für die nächste Saison wird man auf ihn bauen müssen, da außer Stuckey und höchstens Neumann niemand in Sicht ist, der erkennbar Bundesligaqualität erreichen wird.

Ich schaue mir regelmäßig Spiele aller Fanken 1st. Mannschaften – auch des Nachwuchses – an und denke, dass ich mir hier ein Urteil erlauben kann. Entweder, aber das gilt sogar für die erste Mannschaft, fehlt es an Größe (cm), Kraft oder Spielintelligenz.

Hier ist noch viel Arbeit zu leisten – selbst wenn wir in Deutschland eine beispielhafte Nachwuchsarbeit erbringen!

Enttäuscht? Nein, weil wir uns jetzt wieder voll auf die Bundesliga konzentrieren können und dort hoffentlich so weiter machen wie wir vergangenes Jahr aufgehört haben.

In diesem Sinne wünsche ich allen Fans, Spielern, Offiziellen und Freundes des Basketballsports frohe Weinhachten und ein gutes Neues Jahr 2012!

Langeweile

von E.M. Luft am 18. April 2011

– nein! Aber eine gewisse Entspanntheit kann man beim Zuschauen zur Zeit schon haben.

Wie sich das Spiel gestern entwickelte, man bekam fast eine Gänsehaut. Gerade zu Beginn hatte man den Eindruck die Spieler dachten: „wirf Du, ich hab ja grade getroffen“. Auch im Verlauf des Spiels merkte man allen die Freude am Spiel permanent an. Es wurde gepasst und geworfen, dass es eine reine Freude war.

Auch wenn die Quote nicht so toll war, hatten die Zuschauer doch nie das Gefühl hier würde noch was anbrennen.  Selbst die Erfolglosigkeit beim Wurf von Roberts fiel nicht ins Gewicht. Er macht halt nur die wichtigen Punkte… Daher auch – mit Ausnahme des nimmermüden Fanclubs – geruhsames Zuschauen für die Anhänger dieses schönen Sports.

Dazu zwei, drei tolle Szenen (Suput und Hines mit Alleyhoop – Supertadda) die auf einen interessante und hochklassige Endrunde hoffen lassen.

Wünschen wir der Mannschaft die nötige Gesundheit (wir hatten heuer seit langem keine wirklich ernsthaft Verletzung) und Konzentration auf dem Weg zu einer erfolgreichen Titelverteidigung!

Das Fieber steigt

von wbeyersdorf am 24. März 2011

Nein, krank bin ich nicht. Mich hat auch kein Grippevirus befallen oder sonst ein körperliches Gebrechen ereilt. Was steigt ist das Basketballfieber in mir. Die Vorfreude auf zwei Wochenenden, die aus einer bislang erfolgreichen Saison auch eine mit einem Titel machen kann.

Am Samstag steht die Mutter aller Schlachten an, das ewig junge Duell Berlin vs. Bamberg. Der ehemalige Branchenprimus versucht Revanche für das Debakel vom letzten Dezember zu nehmen. Alle Bamberger Basketballfans erinnern sich mit Freude an den 103:52 Sieg, als man Berlin in ein tiefes Tal der Tränen und in eine Sinnkrise schickte, an deren Ende im Januar und Februar ein Trainer und zwei Spieler gehen mussten. Die Liste der Berliner Akteure, die unter Coach Pavicevic ihr volles Leistungsvermögen nicht abrufen konnten (oder wollten) ist lang. Nicht jeder kam mit der jugoslawisch geprägten Art der Team- und Menschenführung zurecht.

Es ist doch wie im richtigen Leben und mancher von uns wird es aus dem Berufsleben oder aus seinem Sportverein kennen: Es gibt Menschen, die können begeistern und wecken den letzten Rest Einsatzbereitschaft oder Leidenschaft. Und es gibt es eben auch Trainer, die unverrückbar an ihrer Linie festhalten (was erstmal nicht schlecht sein muss). Doch wenn der Erfolg ausbleibt, und nichts anderes lässt sich über die letzten zwei Jahre sagen, dann muss etwas geändert werden. Jedes Jahr eine neue Mannschaft zusammenstellen kann eine Methode sein, brachte für Berlin aber auch nicht die Wende zum Besseren. Wer sich Spieler wie Sven Schultze oder Patrick Femerling ins Boot holt, deren sportliches Verfallsdatum sich  bedrohlich nähert, braucht sich über mangelnden Erfolg nicht wundern. Letztlich wurde Luka Pavicevic seine mangelnde Bereitschaft zur Veränderung seiner taktischen Ausrichtung  zum Verhängnis.

Von Luka Pavicevic befreit wurden auch gleich die Aufbauspieler Marinovic und Price abgeschoben und mit Heiko Schaffartzik, Taylor Rochestie und Raduljica (Center) drei neue verpflichtet. Während Schaffartzik kaum spielt und im Konzept vom neuen Trainer Katzurin keine große Rolle zu spielen scheint, ist die Verpflichtung Taylor Rochestie’s ein gelungener Schachzug. Er macht den Unterschied, kann er doch zum Korb ziehen oder auch aus der Distanz punkten. Ganz entscheidend wird es sein, ihn zu stoppen. Nimmt man ihn aus dem Spiel, stehen die Chancen auf einen Bamberger Sieg sehr gut.

Insgesamt habe ich den Verdacht, Berlin liegt Bamberg als Gegner. Mangelnde Einstellung oder Motivation kann man bei den Bamberger Spielern sicherlich ausschließen. Und einschüchtern, wie noch vor kurzem in Göttingen passiert, wird man sich auch nicht mehr lassen. Die Vorteile Bambergs liegen auf den Positionen 1 und 4 und in der Defensive. Der geballten (offensiv und defensiv) Power von Goldsberry, Gavel, Roberts und Tadda hat Berlin quantitativ nichts entgegenzusetzen. Peja Suput hat als Power Forward in der Liga sowieso keinen Gegner zu fürchten, sofern er denn die richtige Einstellung zu Spiel und Gegner findet. Aber da habe ich keine Bedenken, gegen Berlin zeigte er bislang immer gute Leistungen.

Wie schon erwähnt, die Partie wird in der Abwehr entschieden. Die Liste der Mannschaften, die an Bambergs Defensive in dieser Saison schon verzweifelten ist lang. In engen Spielen machte dann meist die Abwehr den Unterschied zugunsten der Franken. Nicht selten stürmen die Aufbauspieler Goldsberry, Gavel oder Roberts wie ein Hornissenschwarm auf den gegnerischen Guard zu und bringen ihn durch doppeln in Bedrängnis. Dies könnte auch gegen den Berliner one-man-Aufbau in Gestalt von Rochestie ein probates Mittel sein.

Ich freue mich auf diese Partie, von mir aus kann das Vorgeplänkel in den Play-off in Form von Viertel- und Halbfinale entfallen und Berlin und Bamberg gleich im Finale den deutschen Meister ausspielen.

Sehr gut sind auch die Aussichten auf eine erfolgreiche Verteidigung des Pokaltitels am ersten Aprilwochenende in der heimischen Stechert Arena. Zu dieser Veranstaltung wird es in der nächsten Woche an dieser Stelle noch eine ausführliche Vorschau geben.

Enttäuschung?

von E.M. Luft am 28. Februar 2011

nein, zumindest bei mir nicht! Bei einigen Zuschauern hatte man aber doch den Eindruck, dass sie mehr erwartet hatten.

Aber die ersten drei Viertel des Spiels ließen einen schon verstehen, wie man in Düsseldorf verlieren konnte. Fünf „unforced errors“ also leichte Ballverluste von Suput, drei erfolglose Korbleger von Jacobsen (den ich auf Grund seiner Krankheit von jeder Kritik ausnehmen möchte), Tadda und Goldsberry, mindestens zwei Fehlversuche mit alley hoops auf Hines, da konnte man schon ängstlich um die Serie werden.

Was die Mannschaft dann allerdings im vierten Viertel zeigte, machte deutlich, warum sie absolut zu Recht fast ungeschlagen auf dem ersten Platz steht. Die bekannt intensive, hautnahe Verteidigung gerade wieder von Goldsberry aber auch von Suput, die die Giessener mehrmals dazu brachte, die Shotclock ertönen hören zu müssen, das war schon erste Sahne.

Und, hier wiederhole ich mich gerne, es ist eigentlich fast egal, wer auf dem Feld steht, die Körbe fallen, wenn nötig. Und wenn diesmal Gavel, so wie in Quakenbrück Roberts, keinen einzigen Punkt macht, springen eben die anderen in die Bresche.

Auch die Kraft (extra Lob an Konditionstrainer Lindner) scheint ewig zu reichen. Während die Giessener  nach einer Auswechslung ausgepumpt auf die Bank fielen, rannte diesmal – quasi als Ersatz für Jacobsen – Tadda durch die Zone als würde er den ganzen Tag nichts anderes machen. Auch sein schnelles Händchen kam wieder mal zum Einsatz. Schade, dass der anschließende Fast break nur durch ein unschönes Foul gebremst wurde.

Also, alles in allem doch Lob für die Mannschaft, die im letzten Viertel den Hebel von Schlendrian auf Volldampf umlegen konnte!

Besser geht’s nicht

von wbeyersdorf am 28. Dezember 2010

Kann man erfolgreicher spielen? Nein
Kann man schöner spielen? Nein

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Was in den letzten Wochen die Bamberger Basketballer gezeigt haben, verdient allergrößten Respekt. Madrid, Berlin, Malaga, Oldenburg, alles Opfer der wie geschmiert laufenden Bamberger Basketballmaschinerie.

Nach dem Spiel wurde ich Ohrenzeuge eines Dialogs zwischen zwei Frauen, eine davon war Besucherin der Partie, die andere nicht: Frage der Anderen: „Wie war das Spiel?“, Antwort: „Langweilig“.

Auch bei mir setzt langsam eine Sättigung ein, man erwartet schon gar keine Niederlage mehr, sondern jedes Mal Festspiele auf hohem Niveau – zumindest von Bamberger Seite. Diese Erwartungshaltung kann zu einer großen Gefahr werden, dadurch wird der Druck des immer gewinnen müssen größer und größer. Bislang meistert die Mannschaft jede Herausforderung mit Bravour. Es verdient allergrößten Respekt, dass man sich in der bisherigen Partien nie hat hängen lassen. Es wäre zum Beispiel ein leichtes gewesen, nur zwei Tage nach der bitteren Niederlage gegen Rom beim Auswärtsspiel in Weißenfels sich seinem Schicksal zu ergeben und die Partie ab zu schenken. Stattdessen wird der Gegner mit 23 Zähler aus der eigenen Halle geschossen. Bamberg geht jedes Spiel konzentriert und engagiert an, als wäre es ein Endspiel. Und dieses Level wird auch fast immer über die gesamte Partie gehalten. Natürlich gibt es zwischendurch auch einmal Phasen, in denen die Intensität etwas nachlässt. Dann ist aber Coach Fleming zur Stelle und fängt seine Jungs während einer Auszeit wieder ein und mahnt erfolgreich die passende Einstellung an.

Ein weiteres großes Plus ist neben der zweifelsohne vorhandenen individuellen Klasse die Breite des Kaders. In den bisherigen 15 Saisonspielen gab es sieben verschiedene Topscorer, ein deutliches Indiz für die Ausgeglichenheit der Bamberger Mannschaft. Und zählt man Karsten Tadda noch hinzu, dann sind acht Akteure im Team, die das Können haben zweistellig zu punkten. Andere Mannschaften sind da wesentlich schwächer besetzt. Auch scheint im diesjährigen Kader kein faules Ei im Nest zu liegen, die Harmonie innerhalb des Team scheint intakt zu sein. Nichts ist süßer als der Erfolg, diese alte Binsenweisheit trifft den Nagel auf den Kopf. Oder wie der Franke sagt: „Wenn’s läuft, dann läuft’s“. Bamberg wird aber nicht bis an das Ende aller Tage unbesiegt bleiben. Irgendwann wird es auch mal wieder eine Niederlage geben. Ich erwarte sie aber nicht bei einem Spitzenteam, sondern bei einer Mannschaft aus dem hinteren Bereich der Tabelle, dann, wenn keiner damit rechnet.

Zum Abschluss noch ein paar Zahlenspielereien. Bamberg gewann in 2010 von den 45 Spielen gegen Bundesligamannschaften inklusive Pokal und Play-off 38. Man feierte Siege gegen Alba Berlin (3 mal), Treviso, Panellinios Athen, Olympiacos Piräus, Real Madrid, Malaga, wurde Meister und Pokalsieger, überwand die drohende Hallenschließung (gibt es eigentlich noch jemanden, der heute daran denkt? Oder sich ausmalt, was gewesen wäre, hätte die Stadt Bamberg die Halle nicht übernommen), begeisterte die tosende Menge mit Basketball vom anderen Stern, versetzte die Fans in Verzückung, setzte Emotionen frei die es sonst nur in der Liebe oder dem Tod gibt. Ich freue mich auf 2011, wohl wissend, dass alles auch einmal ein Ende hat und mit Sicherheit auch wieder schmerzvolle Momente kommen werden.

Allen Lesern wünsche ich an dieser Stelle ein glückliches, zufriedenes und gesundes 2011!

Mitleid?

von E.M. Luft am 06. Dezember 2010

bestimmt nicht! Schadenfreude – ganz bestimmt nicht! Aber Freude, Freude über ein Spiel, das ein Leckerbissen für den Basketballfan war.

Zugegeben gegen einen Gegner, der bei weitem nicht ebenbürtig war. Geschwächt durch Ausfall eines wichtigen Spielers und Verletzung Anderer. Aber die Art und Weise, wie Bamberg das Spiel gewann, zeigte, dass man – zumindest in Deutschland – zur Zeit keinen Gegner fürchten muss. Auch die viele Spielzeit für den Nachwuchs, vor allem Tadda, der langsam wieder Anschluss an seine Form aus dem Vorjahr findet, aber auch Stuckey erfreuen viele Fans. Ein richtiger Bruch war nicht im Spiel, als die erste Fünf nicht auf dem Feld stand.

Was die Kritik Freyers an den Schiedsrichtern angeht, so sind seine Argumente einfach lächerlich. Wer aggresiv verteidigt und ebenso angreift, darf sich nicht über Entscheidungen der Schiedsrichter wundern – und erst recht nicht nach erfolgter Ermahnung meckern, dann gibt es eben ein T!

Und wer genau hingeschaut hat, muss zugeben, dass besonders Casey Jacobsen, aber auch alle anderen Spieler bei ihren schnellen Runs durch die Zone immer wieder und regelmäßig am Trikot festgehalten wurden, was die Schiedsrichter z.Zt. leider überhaupt nicht ahnden.

Wenig schön finde ich auch, und das gilt nicht nur für dieses Spiel, wenn ein Spieler – hier war es Hines – zum Dunk oder Korbleger ansetzt, bisweilen übel gefoult wird. Solche Szenen sieht man z.B. in der NBA äußerst selten. Im Gegenteil stoppt manchmal der Verteidiger sogar um dem Angreifer freie Bahn zu geben. Besonders, wenn es ,wie gestern bei Hagen, um nichts, wirklich gar nichts mehr geht. Schade für die Zuschauer.

Nun gilt es, hoffentlich am Donnerstag eine ähnlich gute Leistung gegen einen sicher ebenbürtigeren Gegner abzurufen, um das Türchen für die Euroleague Endrunde noch offen zu halten.

Ich drücke jedenfalls die Daumen!