von wbeyersdorf am 17. June 2010 in
Frankfurt, Play-off, brose baskets Bamberg |
Pokalsieger und deutscher Meister, Fan-Herz, was willst du mehr? Am Donnerstagabend war es so weit: Bamberg ist Meister 2010! Nicht nur der Herzen, sondern ganz real. Bamberg marschierte durch die Play-off mit einer Dominanz die es schon lange nicht mehr gab. Neun Siege stehen lediglich zwei Niederlagen gegenüber.
Waren die ersten beiden Meisterschaften 2005 und 2007 nicht unbedingt das Produkt spielerischer Brillanz, sieht die Sache dieses Jahr ganz anders aus. Spielerisch gab es nicht viele bessere Mannschaften. Die Abwehr gehörte in den letzten Monaten zu dem Besten, was ich je sah. Und offensiv hatte Bamberg so viele Optionen, dass der Gegner Mühe hatte sich auf die vielen Möglichkeiten einzustellen. Die besten Einzelspieler nutzen aber nichts, wenn sie nicht als Mannschaft, als Einheit auftreten und zusammenspielen. Und dies war das Geheimnis hinter den Bamberger Erfolgen.
Jeder Spieler kannte seine Rolle und fügte sich perfekt in das Gesamtbild ein. Mit Suput, Jacobsen und Gavel hatte man aber auch aussergewöhnliche Einzelkönner in seinen Reihen die ein Spiel auch im Alleingang entscheiden konnten. Aber auch in der Breite war man besser besetzt als Frankfurt, Bamberg hatte einfach mehr Qualität zu bieten. Der Meistertitel ist die Belohnung für hervorragende Arbeit der Trainer, des Managements und natürlich der Spieler. Bamberg war zu den Saisonhöhepunkten topfit, ganz klar ein Verdienst der Trainer. Gerade in den letzten Partien stellten die taktischen Aufstellungen von Coach Fleming die Gegner vor große Probleme. Der Wechsel zwischen verschiedenen Abwehrformationen bereitete Frankfurt einiges an Kopfzerbrechen.
Respekt aber auch an den Finalgegner Frankfurt. Sie waren ein fast ebenbürtiger Pendant und haben die Meisterschaft nur ganz knapp verpasst. Unter dem Strich ist aber Bamberg ein würdiger Meister 2010.
Gute Nacht.
von wbeyersdorf am 15. June 2010 in
Frankfurt, Play-off, Suput, brose baskets Bamberg |
Eine Meisterschaft bekommt man nicht geschenkt. Diese Weisheit musste Bamberg bei der 56:69 Niederlage in Frankfurt bitter erfahren. Alles, was im dritten Spiel noch so hervorragend klappte, wurde in der vierten Partie falsch gemacht. Man kann nicht zur Meisterschaft cruisen, man muss volles Rohr Gas geben, Intensität, Leidenschaft und Willen zeigen. Glückwunsch nach Frankfurt, sie waren diesmal die bessere Mannschaft. Bamberg dagegen meinte wohl mit Halbgas den Titel holen zu können. Aber dies langte nicht gegen einen Gegner, der das Debakel vom letzten Sonntag tapfer wegsteckte und in die Serie zurückkam.
Die Oberfranken agierten im Angriff zu statisch, zuwenig wurde der Ball bewegt, zuviel in Einzelaktionen der Abschluss gesucht. Gerade Suput ist hier zu kritisieren, der sich oftmals festrannte und kaum dem Spiel seinen Stempel aufdrücken konnte. Insgesamt hat das gesamte Team einfach nur schlecht gespielt, ließ Spielfreude vermissen und baute damit Frankfurt auf.
Im letzten Viertel keimte noch einmal Hoffnung auf, als mit Frankfurt mit der Bamberger Zonenverteidigung überhaupt nichts anfangen konnte und die Oberfranken einen 14 Punkte Rückstand auf 2 Zähler aufholten. Da dachte ich, das Spiel würde kippen. Aber Ballverluste und schlechte, überhastete Wurfaktionen brachte Frankfurt wieder in die Partie zurück.
Alles oder nichts, Sekt oder Selters, Tod oder Gladiolen. Am Donnerstag gilt es und es wird es definitiv einen Meister geben. Ob er Bamberg oder Frankfurt heißen wird, werden wir alle sehen. Ich hätte mir jedenfalls dieses “do or die” Spiel erspart. In einem fünften Spiel einer Play-off Serie ist alles möglich, ein Selbstläufer wird die Partie keinesfalls werden.
Möge der Bessere gewinnen. Ich hoffe Bamberg wird es sein.
Gute Nacht!
Heute etwas kürzer zwischen Formel 1 und Fußball-WM.
Was soll man nun vom 97:52 Bambergs im dritten Finalspiel gegen Frankfurt halten? Mich hinterläßt das Spiel etwas ratlos. Ist Bamberg wirklich so viel besser? Ist Frankfurt doch nur eine Hustentruppe? Bekommen die Hessen dieses Debakel bis Dienstag aus ihren Köpfen? Fühlen sich die Bamberger nun vielleicht schon zu siegessicher? Antworten werden wir wohl erst nach weiteren 40 Spielminuten erhalten.
Ein Trend lässt sich aber nach dem Kantersieg Bambergs herauslesen, denn selten habe ich eine Mannschaft so überlegen gesehen wie am Sonntag. Frankfurt hatte Mühe überhaupt sich einen sinnvollen Wurf zu erarbeiten. Die Defensivleistung der Oberfranken war eine der besten die ich je gesehen habe. Offense wins Games, Defense wins Championships. Diese alte Weisheit hatte auch am Sonntag wieder Gültigkeit. Aufbauend auf der bärenstarken Abwehr zog man Frankfurt Schritt für Schritt den Zahn. Und offensiv klappte auch fast alles nach Belieben. Der Frankenexpress überrollte mit einer Intensität wie man sie selten sah die Hessen.
Aber was hat man jetzt eigentlich erreicht? Es steht nur 2:1 in der Serie, ein Zwischenstand, den die meisten vor der Finalserie zu diesem Zeitpunkt prognostiziert hatten. Nicht mehr und nicht weniger. Ob man ein Basketballspiel mit 47 oder 2 Zählern gewinnt, ist unerheblich. Wichtig wird sein, die Konzentration und vor allem die Intenstität, die Leidenschaft und den Willen für die wichtige nächste Partie am Dienstag hoch zu halten. Aber ich bin mir sehr sicher, dies wird dem Trainerstab und der Mannschaft gelingen.
Es ist das gute Recht der Fans lautstark den Spieleinsatz eines Akteurs zu forden, besonders wenn man kurz vor dem Ende der Partie mit 40 Punkten vorne liegt. Es ist aber auch das gute Recht des Trainers die Sprechgesänge für Robert Garrett zu überhören. Hinter den Kulissen soll Coach Fleming schon Mitte April verkündet haben, Robert Garrett spielt unter ihm keine einzige Sekunde mehr. Ich denke daran wird sich auch nichts mehr ändern, egal wie laut die Fans auch rufen werden.
Von vielen erhofft, von manchen erwartet: Bamberg gewinnt das zweite Finalspiel in Frankfurt und gleicht damit die Serie aus. Wären nicht diese katastrophalen Schlussminuten in Partie eins gewesen, dann könnte Freak-City am kommenden Sonntag mit einem weiteren Sieg bereits die Meisterschaft feiern. So aber wird es definitiv nächste Woche zu einem vierten Spiel kommen.
Selbst neutrale Beobachter müssen zustimmen, Frankfurt war am Mittwoch die klar unterlegene Mannschaft. Das Endergebnis von 77:68 drückt die Überlegenheit Bambergs nur zum Teil aus. Mit einigen taktischen Kniffen schaffte es Coach Fleming die Frankfurter aus dem Konzept zu bringen. Zonenabwehr, dies haben die Bamberger Fans in dieser Saison von ihrer Mannschaft noch nicht oft gesehen. Frankfurt schien auch nicht darauf vorbereitet, sie hatten teilweise erhebliche Schwierigkeiten in der Offensive zum Abschluss zu kommen. Resultierend aus der starken Abwehr kam Bamberg zu einigen Ballgewinnen, die nach Schnellangriffen (auch nicht unbedingt typisch für Bamberg) zu Punkten führte.
Völlig aus dem Tritt brachte die Oberfranken nach der komfortablen 17 Zähler Führung zur Halbzeit ein Zeitnahmelapsus, der in Frankfurt nicht zum ersten Mal vorkam. So versagte die offizielle Spieluhr und es mussten Ersatzanzeigen aufgebaut werden. Ziemlich peinlich für den Veranstalter, noch dazu in einem Finalspiel. Bamberg verlor fast völlig den Rhythmus, Frankfurt verkürzte den Rückstand Punkt um Punkt. Die Partie lief geradewegs auf einen Showdown zu, den man schon aus dem ersten Spiel kannte und den ich mir lieber nicht wünschte. Im Gegensatz zum letzten Sonntag hatte Bamberg aber seine Nerven in Griff und Roberts auf der Bank und dafür Gavel auf dem Feld. So wurden die letzten Minuten zwar noch etwas spannend aber nicht mehr dramatisch. Und hätte Bamberg an der Freiwurflinie besser getroffen, wäre das Endergebnis zweistellig ausgefallen. Dies hätte dem gefühlten Spielverlauf eher entsprochen.
Das Selbstvertrauen ist zurückgekehrt, in die Köpfe der Bamberger Akteure und auch in die Köpfe der Fans. An einen Erfolg habe ich immer geglaubt, jetzt bin ich felsenfest davon überzeugt, wir werden Meister. Mit Arroganz hat dies nichts zu tun. Dies ist das Resultat der Spielverläufe der bisherigen Play-off und insbesondere der beiden Finalspiele. Unter dem Strich war Bamberg gegen Frankfurt jedes Mal das bessere, aber nicht immer glücklichere Team.
von wbeyersdorf am 31. May 2010 in
Braunschweig, Play-off, brose baskets Bamberg |
Wo soll das bloß enden? Mehr rhetorisch gemeint als wirklich eine Frage, kann, nein muss die Zielsetzung jetzt Meisterschaft lauten. Und dies hat nichts mit Arroganz zu tun, mehr mit Selbstbewusstsein und tiefer Überzeugung. Bamberg muss und wird deutscher Meister werden.
Warum? Die Serie gegen Braunschweig hat es deutlich gezeigt: Bamberg hat eine Tiefe im Kader die andere Teams so nicht haben. In den drei Halbfinalspielen gegen die Niedersachsen haben nicht weniger als acht Bamberger Akteuere mindestens einmal zweistellig punkten können. Diese Ausgeglichenheit macht Bamberg so unberechenbar und im Moment auch schwer zu bezwingen. Dazu kommt eine mentale Stärke, die auch Schwächephasen, die es in jeder Partie gibt, sicher überstehen lässt. Hat ein Spieler einmal einen schwächeren Tag, übernimmt eben ein anderer die Verantwortung. Bamberg hat auf fast jeder Position Alternativen und kann den Ausfall einzelner Akteure verkraften. Kurzum, die Oberfranken waren bislang in den Play-off eine Klasse für sich.
Wird dies aber im Finale, sei es gegen Bremerhaven oder Frankfurt auch so sein? Für die Konkurrenz fürchte ich, wird es sehr schwer werden Bamberg in einer Serie dreimal zu schlagen. Unmöglich ist nichts, in engen Spielen können schon Kleinigkeiten den Ausschlag geben oder der Gegner kann einen Glückswurf zum Sieg treffen. Aber wie schon erwähnt, über eine Finalserie sehe ich im Moment keine Mannschaft, die Bamberg schlagen könnte.
Sollte man deswegen schon den Schampus kalt stellen? Nein, bloß nicht. Hochmut kommt vor dem Fall, der Ball ist rund und das nächste Spiel ist immer das schwerste. (Wo ist das Phrasenschwein?)