von wbeyersdorf am 16. May 2010 in
Bonn, Fleming, Play-off, brose baskets Bamberg |
Heute nur ganz kurz.
Bamberg gewinnt auch das dritte Spiel gegen Bonn und steht damit im Halbfinale. Der 2-Punkte Erfolg war hart erarbeitet, letztlich aber verdient. Fast über die gesamte Spielzeit lag Bamberg in Führung. Und selbst als Bonn im letzten Viertel einmal mit fünf Zählern vorne lag, spielte man ruhig weiter, glaubte an die eigene Stärke und schaffte schließlich den Sweep.
Das man sich gegen Bonn so klar und ohne Niederlage durchsetzt, daran glaubten wohl vor Beginn der Serie nur die Daueroptimisten. Der erneute Einzug in das Halbfinale ist ein großartiger Erfolg und eine Bestätigung von Coach Chris Fleming. Dies mus ich als oftmaliger Kritiker seiner Arbeit freimütig zugeben und respektvoll anerkennen.
von wbeyersdorf am 13. May 2010 in
Bonn, Play-off, Pleiß, brose baskets Bamberg |
Also mir hat es gefallen, das zweite Play-off Spiel gegen Bonn. Und der 83:71 Sieg natürlich auch. So muss es sein: die eigene Mannschaft mit 10 Punkten in Rückstand, kämpft sich jedoch wieder heran, geht kurz vor der Halbzeit in Führung, baut diese dann im dritten Viertel aus und gewinnt am Ende sicher. So muss Basketball sein, so machen die Play-off Spaß.
Aber ganz so klar, wie es der Endstand vermuten läßt, war die Partie dann doch nicht. Das Spiel war lange Zeit ein verdammt enges Höschen, stand auf Messers Schneide. Bonn war der erwartet schwere Gegner, steckte nie auf und war drauf und dran den Sieg zu stehlen. Doch in der zweiten Halbzeit hatte ich nie das Gefühl, Bamberg könnte den Erfolg noch aus der Hand geben. Es ist schon komisch, normalerweise gehöre ich nicht zu den Berufsoptimisten, doch in dieser Serie gegen Bonn hatte ich bisher (auch bei klaren Rückständen) nie das Gefühl, Bamberg könnte als Verlierer vom Parkett gehen. In gleichem Maß wie die Bonner Trefferquote sank, stieg das Bamberger Selbstvertrauen. Aber nicht nur das Vertrauen in die eigene Stärke war ausschlaggebend, sondern auch die größere Entschlossenheit. Sinnbild war ein Defensivrebound John Goldsberrys, obwohl die versammelte Centergarde von Freund und Feind daneben stand. Dies war purer Wille.
Unheimlich wird mir langsam Tibor Pleiß. Obwohl es sich nach dem Sieg gegen Bonn eigentlich verbietet einen Bamberger Akteur herauszuheben, muss man den jungen Bamberger Center extra erwähnen. Erzielte er seine Punkte bislang hauptsächlich in unmittelbarer Korbnähe, hat er sein Wurfarsenal um eine Komponente erweitert, die es nun noch schwerer macht, ihn am Punkten zu hindern. Am Mittwoch erzielte er einige Punkte aus der Mitteldistanz, eine Entfernung aus der andere Center nicht mal ein Scheunentor treffen würden. 18 Punkte und 10 Rebounds sind eine erstklassige Ausbeute und macht ihn für andere Klubs oder Ligen nur noch interessanter.
War der Sieg zum 2:0 in der Serie eine Vorentscheidung? Ja, obwohl ich es Bonn durchaus zutraue in die Serie zurückzukommen. Gelegenheit dazu gibt es am Sonntag bei Spiel 3 in Bonn. Ich erwarte nicht unbedingt einen Bamberger Erfolg, Bonn wird noch einmal alles versuchen und Bamberg wird im Hinterkopf haben, dass man bei einer Niederlage ja immer noch zwei Möglichkeiten hätte den Einzug in das Halbfinale perfekt zu machen. Also, stellen wir uns schon mal darauf ein, am kommenden Mittwoch erneut in die Jako-Arena zu pilgern. Dazu muss es aber nicht kommen, warten wir es einfach ab.
von wbeyersdorf am 09. May 2010 in
Bonn, Play-off, brose baskets Bamberg |
Bamberg gewinnt das erste Play-off Spiel in Bonn mit 80:78. So viel die Fakten.
Jenseits der nackten Daten muss es eine intensive und dramatische Partie gewesen sein. So wie es sich für eine Play-off Begegnung zwischen den beiden Dauerrivalen gehört. Auch bei 10 Punkten Rückstand blieb ich am Radio ruhig. Ich hatte irgendwie nie das Gefühl die Bamberger könnten das Spiel verlieren. Suput schien am Samstag Abend unstoppable zu sein, ausser von sich selbst. Was er dann auch tat, denn nach seinem zweiten unsportlichen Foul war für ihn der Auftakt in die Play-offs beendet. Zum Glück haben wir ja noch unseren Australier Mark Worthington, der erfolgreich in die Bresche sprang und Suput würdig vertrat – defensiv wie offensiv.
Beim Blick auf den Scoutingbogen fallen gleich mehrere Dinge auf:
- Bamberg hat mal wieder das Reboundduell mit 25:34 verloren
- Bonns Freiwurfquote von 53% (10 von 19) hat das Spiel verloren. Miserable Quoten von der Wohlfahrtslinie sind typisch für PLay-offs und kann in der nächsten Partie Bamberg genauso treffen.
- Bamberg nahm 38 Zweier und nur 17 Dreier (47%, 8 von 17). Scheinbar wurde nicht nur von aussen geballert, sondern klug zwischen Inside- und Outsidegame gewechselt. Dadurch wird man für jede Verteidigung unberechenbarer.
War das schon eine Vorentscheidung? Ganz klares Nein! Ein Auswärtssieg zum Auftakt einer Play-off Serie ist nett, aber nicht entscheidend. Bamberg hat es in der Vergangenheit oft genug vorgemacht. Es sei nur an das Meisterjahr 2007 erinnert: In der ersten Runde gewann Bonn Spiel eins in Bamberg, genauso wie Artland im Finale. Wichtig wird nun das Spiel am Mittwoch in der heimsichen Jako-Arena (weiß eigentlich jemand wer als Namensgeber der Nachfolger von Jako wird? Für sachdienliche Hinweis bitte die Kommentarfunktion nutzen). Ein Sieg und man würde mit 2-0 in Führung gehen; dies wäre dann eine Vorentscheidung.
von wbeyersdorf am 02. May 2010 in
Bonn, Oldenburg, Play-off, brose baskets Bamberg |
Horst Seehofer hatte es am Samstag Abend gut. Der in der Jako-Arena weilende bayerische Ministerpräsident konnte sich während der Partie gegen Trier (69:53) wenigstens am Büffet vergnügen. Dies konnten die meisten der 6800 Zuschauer nicht, sie mussten das Spiel bis zum Ende ansehen. Und was sie sehen bekamen, war basketballerische Magerkost wie sie sonst bei den Weight Watchern üblich ist.
Ich weiß jetzt auch, warum Trier fast abgestiegen wäre, harmlos ist noch eine nette Umschreibung der Leistung der Gäste. Und mir ist jetzt auch klar, warum Bamberg letztes Wochenende erst in Gießen verlor und dann in Paderborn nur haarscharf an einer Niederlage vorbeischrammte. Irgendwie scheint nach dem Pokelerfolg Bamberg in einem Leistungsloch versunken zu sein. Der Wille ist den Spielern nicht abzusprechen, nur umsetzen können sie es zur Zeit nicht. Jedenfalls nicht immer. Phasenweise sieht das Gebotene schon nach Basketball aus, dann aber greift man sich als Fan ungläubig an den Kopf.
Getrau dem alten Honecker-Motto “Rückwärts nimmer, vorwärts immer”, waren die 34 Hauptrundenpartien nur der Aufgallop für die fünfte Jahreszeit, die Money-Time, die Silly Season und was für Begriffe man noch alles für die Play-offs finden möchte. Jetzt zeigt sich, wer das Zeug zum Meister hat. Die Bamberger Ausgangslage scheint auf den ersten Blick als fünfter der Tabelle gar nicht so schlecht. Auf den zweiten Blick jedoch hätte es nicht schlimmer kommen können. In Viertelfinale warten mit Bonn der Finalist der letzten beiden Jahre und Fast-Meister der letzten Saison. In Bonn zu gewinnen war schon immer nicht leicht und obendrein verbindet beide Fanlager Respekt aber keine Sympathie. Würde man die Hürde Bonn meistern, wartet wahrscheinlich im Halbfinale der amtierende Meister Oldenburg, gegen die Bamberg seit gefühlten hundert Jahren nicht mehr gewann.
Achtung Phrasenschwein: wer Meister werden will, muss alle schlagen. Unmöglich ist sind Erfolge gegen Bonn und Oldenburg nicht, aber die Bamberger Leistungen der letzten beiden Wochenende lassen mich nicht unbedingt zuversichtlich in die Zukunft schauen. Hoffentlich bewahrheitet sich der Pokalfluch der letzten sechs Jahre nicht, denn der Pokalsieger wurde im selben Jahr dann nie Meister.
von wbeyersdorf am 11. November 2009 in
Bonn, Fleming, brose baskets Bamberg |
Was will man positives aus der 69:80 Niederlage gegen Bonn ziehen? Zumindest stimmte die Einstellung , im Gegensatz zum Sonntagsspiel gegen Berlin. Aber selbst eine Steigerung des Einsatzes langte nicht aus, um Bonn zu besiegen. Zu oft zitterte noch das Händchen beim Wurfversuch. Im dritten Viertel führte Bamberg mit einem Punkt, nur um im letzten Viertel, wie schon so oft zuvor, kein Bein mehr auf den Boden zu bringen.
Viele Argumente fallen mir spontan nicht ein, um ein Festhalten an Trainer Chris Fleming zu rechtfertigen. Wäre die Sportart nicht Basketball, sondern Fußball, dann hätten die Mechanismen schon lange gegriffen und der Trainer wäre seinen Job los. Da unser geliebter Sport aber nicht auf grünem Rasen, sondern auf braunem Parkett stattfindet, ist einiges anders.
Im Fan-Talk nach dem Spiel stellte sich Manager Wolfgang Heyder vor Chris Fleming. Wie lange das noch so sein wird, bleibt abzuwarten. Wie viele Chancen der Trainer noch erhält das Ruder herumzureißen, wird man sehen.
Wie blank die Nerven liegen verdeutlich die Situation nach Spielende, als Chris Fleming sich bei den Schiedsrichtern über deren Leistung beschwerte. Chris Ensminger stand daneben und meinte, er hätte doch die Pfiffe bekommen, die er wollte. Darauf tickte Chris Fleming richtig aus und schrie das F-Wort in Richtung Ensmingers.