Vierter Sieg in Folge

Fleming, Ventspils, brose baskets Bamberg   |  

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images1Nun, denn. Vielleicht muss man doch Abbitte leisten. Beim Trainer und bei der Mannschaft. Vielleicht, nein ganz sicher,  haben sie doch mehr Potential Charakter als viele noch vor zwei Wochen dachten, mich eingeschlossen. Die Festung Ventspils wurde im Sturm erobert und ein klarer und in seiner Höhe (85:62) auch verdienter Sieg eingefahren.

Wie kann eine Mannschaft, die die Mehrheit der Bamberger Fans noch vor nicht allzu langer Zeit zum Teufel wünschte, so durchstarten? Macht Coach Chris Fleming jetzt etwas anders als bei den deprimierenden Niederlagen vor Wochen? Ich habe keine Ahnung, aber offensichtlich scheint der Overtime Erfolg in Düsseldorf der positive Knackpunkt gewesen zu sein. Dies hat dem Team gezeigt, sie können doch noch gewinnen. Ich bin überzeugt, hätte man gegen die Rheinländer wieder verloren, wären die letzten Erfolge nicht möglich gewesen.

Ist der Knoten jetzt geplatzt? Ich glaube schon, denn wenn man die letzten drei Partien im Schnitt mit mehr als 20 Punkten gewinnt, kann man schon von einer Steigerung sprechen. Bestimmt nicht nur ich sehe nun positiver der Zukunft entgegen, denn was gibt es denn Schöneres als Siege unserer Basketballer zu erleben?




Friede, Freude, Eierkuchen

Brown, Fleming, Garrett, Pleiß, Ulm, brose baskets Bamberg   |  

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Ach, war das ein herrlicher Basketballabend. Eine Mannschaft, die Lust hatte auf Basketball, ein Gegner, der keine Lust auf Basketball hatte und Fans, die begeistert mitgingen. Und ein Coach, der diesmal alles richtig machte. Meine ich die Bamberger Basketballer? Ja, genau, von denen ist die Rede. Die Bamberger Basketballer, die vor 10 Tagen von Berlin dermaßen den Hintern versohlt bekamen, dass es mir sogar auf der Tribüne weh tat. Die Bamberger Basketballer, die nach fünf Niederlagen in Serie am vergangenen Samstag erstmals wieder in Düsseldorf gewinnen konnten. Ja, genau die selben Spieler und Trainer waren es also am Mittwoch beim 101:78 Erfolg gegen Ulm, die uns Fans in Entzücken versetzten.

Wird jetzt wieder alles gut? Haben sich Mannschaft, Trainer und Fans jetzt wieder alle lieb? Oder war es nur ein Strohfeuer und auf den nächsten Einbruch kann man warten?
Ich neige ja selten zu ausgeprägtem Optimismus oder Pessimismus, ich versuche die Dinge sachlich subjektiv zu betrachten, höre mich in Fankreisen um und bilde mir dann meine Meinung. Die Grundstimmung seit Mittwochabend scheint zu gedreht zu haben. Überwogen bislang Misstrauen, so sehen viele Fans nun positiver in die Zukunft. Waren die knappen Niederlagen, hervorgerufen durch schwache Minuten am Ende der Partien, nur Ausrutscher? Hat die Mannschaft generell soviel Potential um in den oberen Tabellenrängen mitzuspielen?

Die Wahrheit liegt wahrscheinlich wie so oft in der Mitte. Es wird halt so sein, wie in den letzten beiden Jahren auch. Prinzipiell haben wir gute bis sehr gute Einzelspieler, wenn alles perfekt läuft, dann kommt so eine Partie wie gegen Ulm heraus. Läuft aber nicht alles perfekt, ist es dem ein oder andere nicht möglich seine optimale Leistung zu zeigen, dann kommen so Ergebnisse wie gegen Berlin oder Bonn zustande. Ich vermute, ja ich befürchte sogar, mit diesen Schwankungen werden wir in dieser Saison leben müssen. Nicht immer wird es ein Gegner Bamberg erlauben eine Dreierquote von 75% (18 von 24) aufzulegen. Und nicht immer werden Elton Brown und Tibor Pleiss unter den Körben machen können, was sie wollen.

Ausdrücklich erwähnen will ich Robert Garrett, dessen Leistung grandios war. 17 Zähler, davon 5 von 5 Dreiern eingenetzt und das alles in nur 15 Minuten Einsatzzeit. Auch Tibor Pleiss hat mir, nicht zum ersten Mal, sehr gut gefallen. Im Gegensatz zu Tim Ohlbrecht beherrscht er die Center-Basics, er weiß wie er sich als Center bewegen muss. Vor allem weiß er was er kann und was er nicht kann. Er versucht erst gar nicht an der Dreierlinie herumzuturnen, sondern beackert konsequent die Zone. Und wenn er in der Zukunft noch den Hakenwurf in sein Repertoire aufnimmt, dann könnte aus ihm ein richtig großer (damit ist nicht seine Körperlänge gemeint) Basketballer werden.

Ich möchte jetzt nicht das Haar in der Suppe suchen, ich freue mich sehr über den gelungen Abend, so stelle ich mir Basketball vor. Genau so waren die Vorstellungen der Fans vor mehr als einem Jahr, als Chris Fleming den Job in Bamberg antrat. Aber leider konnten wir Fans uns zu selten an so einer Spielweise erfreuen. Der Sieg von gestern zählt alles nichts, wenn morgen am Freitag nicht nachgelegt wird. Bremerhaven wird dann der nächste Gegner sein.

Warten wir ab, ob die beiden Erfolge in Düsseldorf und gegen Ulm nicht nur 2-Tagesfliegen waren und ein Trend nach oben festzustellen ist. Ich hoffe es.




Arbeitsteilung

Baeck, Heyder, brose baskets Bamberg   |  

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Wie in dem gestern verlinkten Beitrag auf schoenen-dunk.de zu lesen ist, kann es schon so sein, dass zuviel Arbeit auf zu wenigen Schultern lastet. WH ist zuständig für die sportlichen Belange, die Finanzen, das Marketing, die Sponsorenbetreuung, die Öffentlichkeitsarbeit, die Halle. Habe ich etwas vergessen…? Bislang muss man Wolfgang Heyder sehr gute Arbeit attestieren, er hat Bamberg aus Ruinen in die höchsten Höhen geführt. Wäre es da nicht sinnvoll die Aufgaben aufzuteilen, sich kompetente Mitarbeiter, vielleicht sogar Nachfolger ins Boot zu holen?

Vor ein paar Tagen tauchte plötzlich Ivan Pavic in der Öffentlichkeit als Sportkoordinator auf. Aber damit nicht genug, denn am Donnerstag wurde der Ex-Kölner Stephan Baeck in Bamberg gesichtet. Er war sicherlich nicht nur wegen der grünen Wiesen und der schönen Pizzerien in Bamberg, auch wird er kein Sightseeing durch die Altstadt gemacht haben. Es kann natürlich alles nur ein Zufall sein, aber an Zufälle in Zusammenhang mit dem Bamberger Basketball glaube ich nicht mehr. Ich möchte ihn jetzt auf keinen Fall als neuen Sportdirektor benennen, dazu ist ein gesichtet werden in Bambergs Innenstadt kein triftiger Grund.

Stephan Baeck hat die letzten Jahre in Köln in verantwortlicher Position mit viel Geld viel gemacht (unter anderem Meister und mehrmaliger Pokalsieger) und dann mit wenig Geld auch brauchbar abgeschnitten. Auch hat er es verstanden gute Spieler nach Köln zu locken. Alles Eigenschaften, die man in Bamberg in den letzten Jahren teilweise vermisst hat. Auf der anderen Seite hat er es aber auch nicht verstanden das finanziell strauchelnde Schiff Köln in sicheres Fahrwasser zurückzuführen.




Blick von aussen

Heyder, brose baskets Bamberg   |  

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Ich gebe ja zu, ich bin parteiisch, sehe den Bamberger Basketball aus der oberfränkischen Fanbrille. Daher ist es manchmal hilfreich zu erfahren, was Anhänger anderere Vereine zu der momentanen Situation meinen.
Darum möchte ich einen Beitrag eines Berliner Users von schoenen-dunk.de zitieren:

…Es ist ein wiederkehrendes Phänomen, dass Leute, die kleine Vereine zu Größe führen, irgendwann mit der Größe überfordert sind, weil sie weiterhin alles alleine machen. Heyder aquiriert Sponsoren. Heyder verhandelt mit Spielern. Heyder redet mit der Presse. Heyder hat sich bis vor Kurzem auch noch drum gekümmert, dass die Halle mit Veranstaltungen versorgt ist. Mal als Beispiel: Den Job, den Heyder macht, den teilen sich bei ALBA mindestens drei Personen: Robby Meyer, Marco Baldi und Henning Harnisch. Ihr habt jetzt auch einen Sportdirektor, aber von dem wusste bisher niemand was. Statt eine Person dort einzusetzen, die öffentlich sichtbar ist, die zur sportlichen Lage auch mal Stellung beziehen kann (bei uns macht das Harnisch öfter), gibt es dort eine Marionette von Heyders Gnaden. Bloß keine Kompetenzen abgeben.

Faktisch ist das die vierte Saison mit verkorkstem Saisonstart. In der ersten haben Euch die günstige Spielplansituation und zwei passende Nachverpflichtungen erlaubt, die Sache zu korrigieren. In der zweiten Saison hat man den Fehlstart nicht mehr korrigieren können und musste so gegen einen starken Gegner in den Playoffs ran, wo prompt das Aus folgte. In der dritten Saison war die Playoffteilnahme erst spät sicher. Im europäischen Wettbewerb hat man in den letzten Jahren den Ruf, den man sich durch die Top16-Teilnahme erarbeitet hat, komplett wieder versaut. Im BBL-Pokal spielt man eigentlich nie eine Rolle. Das alles unter verschiedenen Trainern, mit ganz unterschiedlichen Mannschaften, aber immer mit Heyder und Stoschek an den Hebeln. Da muss man die Rolle schon mal hinterfragen.

Heyder sprach im besagten Interview davon, dass man den Standort sichern will. Das hat mich überrascht, denn erst kurz davor kam ja die Meldung, dass die Hallensituation jetzt geklärt sei. Deshalb habe ich nachgefragt, warum er davon redet. Das hat nicht mit bösem Blut zu tun. Mittlerweile habe ich mir selbst einen Reim gemacht. Der geht folgendermaßen: Ich habe im Zusammenhang mit der Stagnation bei ALBA ab und zu erwähnt, dass brose groß geworden ist, weil sie Risiken eingegangen sind, die sich am Ende aber immer ausgezahlt haben. Hauptpunkt war dabei für mich die Hallenerweiterung, die ein erhebliches finanzielles Risiko war, insbesondere, wenn sie mal nicht voll wird oder keine Veranstaltungen neben Basketball kommen. Andererseits ermöglicht die Halle dem Club überhaupt erst, in die Etatdimensionen vorzustoßen, in denen man jetzt ist. Dazu gehörten auch unpopuläre Entscheidungen wie die Platzierung der VIPs auf Kosten der Dauerkartenbesitzer. Am Ende ging aber immer alles gut, selbst die erste Krisensaison konnte man bewältigen und am Ende sogar Deutscher Meister werden. Das erzeugt ein gewisses “Wir kriegen das schon hin”-Gefühl. In nun der dritten Saison in Folge kriegt man es aber offenbar nicht wirklich hin. Und dann stellt sich die Frage, was passiert, wenn die Zuschauer, die bisher kommen und pfeiffen, mal wegbleiben. Wenn man mal nicht das Top4 sondern die Playoffs verpasst. Wie abhängig ist brose von Zuschauereinnahmen und Prämien aus den Playoffs? Der letztjährige und letztlich auch der diesjährige Kader brachte die Frage auf, ob der kommunizierte Etat überhaupt stimmt bzw. welche Altlasten brose zu tragen hat. Fest steht:

1. Es wurden diverse Verträge aufgelöst und allerlei auch hochkarätige Spieler nachverpflichtet. Wie teuer war das? Konnte man das wirklich immer aus den laufenden Einnahmen bestreiten?
2. Wie teuer war das frühe Playoff-Aus (ohne Heimrecht) in der letzten Bauermann-Saison?
3. Wie teuer war das fehlende Heimrecht in der ersten Fleming-Saison?
4. Wie teuer ist die fehlende Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Wettbewerb? D.h., wieviele Karten werden da im Gegensatz zu den motivierten Jahren verkauft?
5. Können die brose baskets ein Verpassen der Playoffs finanziell verkraften?

Oder anders gefragt:

1. Wieviel aus den letztjährigen Etats waren geliehen?
2. Wieviel im aktuellen Etat ist notwendig für Zinsen und Tilgung?

Die Fragen kommen mir zwangsläufig in den Sinn, wenn Heyder in der aktuellen Situation von Standortsicherung spricht. Umso wichtiger wäre es aber meiner Meinung nach, Verantwortung auf mehrere kompetente (!) Schultern zu verteilen.




Patient Bamberg weiter auf der Intensivstation

Bonn, Fleming, brose baskets Bamberg   |  

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Was will man positives aus der 69:80 Niederlage gegen Bonn ziehen? Zumindest stimmte die Einstellung , im Gegensatz zum Sonntagsspiel gegen Berlin. Aber selbst eine Steigerung des Einsatzes langte nicht aus, um Bonn zu besiegen. Zu oft zitterte noch das Händchen beim Wurfversuch. Im dritten Viertel führte Bamberg mit einem Punkt, nur um im letzten Viertel, wie schon so oft zuvor, kein Bein mehr auf den Boden zu bringen.

Viele Argumente fallen mir spontan nicht ein, um ein Festhalten an Trainer Chris Fleming zu rechtfertigen. Wäre die Sportart nicht Basketball, sondern Fußball, dann hätten die Mechanismen schon lange gegriffen und der Trainer wäre seinen Job los. Da unser geliebter Sport aber nicht auf grünem Rasen,  sondern auf braunem Parkett stattfindet, ist einiges anders.

Im Fan-Talk nach dem Spiel stellte sich Manager Wolfgang Heyder vor Chris Fleming. Wie lange das noch so sein wird, bleibt abzuwarten. Wie viele Chancen der Trainer noch erhält das Ruder herumzureißen, wird man sehen.

Wie blank die Nerven liegen verdeutlich die Situation nach Spielende, als Chris Fleming sich bei den Schiedsrichtern über deren Leistung beschwerte. Chris Ensminger stand daneben und meinte, er hätte doch die Pfiffe bekommen, die er wollte. Darauf tickte Chris Fleming richtig aus und schrie das F-Wort in Richtung Ensmingers.





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