Archiv für den Monat: November 2009

Vierter Sieg in Folge

von wbeyersdorf am 24. November 2009

images1Nun, denn. Vielleicht muss man doch Abbitte leisten. Beim Trainer und bei der Mannschaft. Vielleicht, nein ganz sicher,  haben sie doch mehr Potential Charakter als viele noch vor zwei Wochen dachten, mich eingeschlossen. Die Festung Ventspils wurde im Sturm erobert und ein klarer und in seiner Höhe (85:62) auch verdienter Sieg eingefahren.

Wie kann eine Mannschaft, die die Mehrheit der Bamberger Fans noch vor nicht allzu langer Zeit zum Teufel wünschte, so durchstarten? Macht Coach Chris Fleming jetzt etwas anders als bei den deprimierenden Niederlagen vor Wochen? Ich habe keine Ahnung, aber offensichtlich scheint der Overtime Erfolg in Düsseldorf der positive Knackpunkt gewesen zu sein. Dies hat dem Team gezeigt, sie können doch noch gewinnen. Ich bin überzeugt, hätte man gegen die Rheinländer wieder verloren, wären die letzten Erfolge nicht möglich gewesen.

Ist der Knoten jetzt geplatzt? Ich glaube schon, denn wenn man die letzten drei Partien im Schnitt mit mehr als 20 Punkten gewinnt, kann man schon von einer Steigerung sprechen. Bestimmt nicht nur ich sehe nun positiver der Zukunft entgegen, denn was gibt es denn Schöneres als Siege unserer Basketballer zu erleben?

Friede, Freude, Eierkuchen

von wbeyersdorf am 19. November 2009

Ach, war das ein herrlicher Basketballabend. Eine Mannschaft, die Lust hatte auf Basketball, ein Gegner, der keine Lust auf Basketball hatte und Fans, die begeistert mitgingen. Und ein Coach, der diesmal alles richtig machte. Meine ich die Bamberger Basketballer? Ja, genau, von denen ist die Rede. Die Bamberger Basketballer, die vor 10 Tagen von Berlin dermaßen den Hintern versohlt bekamen, dass es mir sogar auf der Tribüne weh tat. Die Bamberger Basketballer, die nach fünf Niederlagen in Serie am vergangenen Samstag erstmals wieder in Düsseldorf gewinnen konnten. Ja, genau die selben Spieler und Trainer waren es also am Mittwoch beim 101:78 Erfolg gegen Ulm, die uns Fans in Entzücken versetzten.

Wird jetzt wieder alles gut? Haben sich Mannschaft, Trainer und Fans jetzt wieder alle lieb? Oder war es nur ein Strohfeuer und auf den nächsten Einbruch kann man warten?
Ich neige ja selten zu ausgeprägtem Optimismus oder Pessimismus, ich versuche die Dinge sachlich subjektiv zu betrachten, höre mich in Fankreisen um und bilde mir dann meine Meinung. Die Grundstimmung seit Mittwochabend scheint zu gedreht zu haben. Überwogen bislang Misstrauen, so sehen viele Fans nun positiver in die Zukunft. Waren die knappen Niederlagen, hervorgerufen durch schwache Minuten am Ende der Partien, nur Ausrutscher? Hat die Mannschaft generell soviel Potential um in den oberen Tabellenrängen mitzuspielen?

Die Wahrheit liegt wahrscheinlich wie so oft in der Mitte. Es wird halt so sein, wie in den letzten beiden Jahren auch. Prinzipiell haben wir gute bis sehr gute Einzelspieler, wenn alles perfekt läuft, dann kommt so eine Partie wie gegen Ulm heraus. Läuft aber nicht alles perfekt, ist es dem ein oder andere nicht möglich seine optimale Leistung zu zeigen, dann kommen so Ergebnisse wie gegen Berlin oder Bonn zustande. Ich vermute, ja ich befürchte sogar, mit diesen Schwankungen werden wir in dieser Saison leben müssen. Nicht immer wird es ein Gegner Bamberg erlauben eine Dreierquote von 75% (18 von 24) aufzulegen. Und nicht immer werden Elton Brown und Tibor Pleiss unter den Körben machen können, was sie wollen.

Ausdrücklich erwähnen will ich Robert Garrett, dessen Leistung grandios war. 17 Zähler, davon 5 von 5 Dreiern eingenetzt und das alles in nur 15 Minuten Einsatzzeit. Auch Tibor Pleiss hat mir, nicht zum ersten Mal, sehr gut gefallen. Im Gegensatz zu Tim Ohlbrecht beherrscht er die Center-Basics, er weiß wie er sich als Center bewegen muss. Vor allem weiß er was er kann und was er nicht kann. Er versucht erst gar nicht an der Dreierlinie herumzuturnen, sondern beackert konsequent die Zone. Und wenn er in der Zukunft noch den Hakenwurf in sein Repertoire aufnimmt, dann könnte aus ihm ein richtig großer (damit ist nicht seine Körperlänge gemeint) Basketballer werden.

Ich möchte jetzt nicht das Haar in der Suppe suchen, ich freue mich sehr über den gelungen Abend, so stelle ich mir Basketball vor. Genau so waren die Vorstellungen der Fans vor mehr als einem Jahr, als Chris Fleming den Job in Bamberg antrat. Aber leider konnten wir Fans uns zu selten an so einer Spielweise erfreuen. Der Sieg von gestern zählt alles nichts, wenn morgen am Freitag nicht nachgelegt wird. Bremerhaven wird dann der nächste Gegner sein.

Warten wir ab, ob die beiden Erfolge in Düsseldorf und gegen Ulm nicht nur 2-Tagesfliegen waren und ein Trend nach oben festzustellen ist. Ich hoffe es.

Arbeitsteilung

von wbeyersdorf am 13. November 2009

Wie in dem gestern verlinkten Beitrag auf schoenen-dunk.de zu lesen ist, kann es schon so sein, dass zuviel Arbeit auf zu wenigen Schultern lastet. WH ist zuständig für die sportlichen Belange, die Finanzen, das Marketing, die Sponsorenbetreuung, die Öffentlichkeitsarbeit, die Halle. Habe ich etwas vergessen…? Bislang muss man Wolfgang Heyder sehr gute Arbeit attestieren, er hat Bamberg aus Ruinen in die höchsten Höhen geführt. Wäre es da nicht sinnvoll die Aufgaben aufzuteilen, sich kompetente Mitarbeiter, vielleicht sogar Nachfolger ins Boot zu holen?

Vor ein paar Tagen tauchte plötzlich Ivan Pavic in der Öffentlichkeit als Sportkoordinator auf. Aber damit nicht genug, denn am Donnerstag wurde der Ex-Kölner Stephan Baeck in Bamberg gesichtet. Er war sicherlich nicht nur wegen der grünen Wiesen und der schönen Pizzerien in Bamberg, auch wird er kein Sightseeing durch die Altstadt gemacht haben. Es kann natürlich alles nur ein Zufall sein, aber an Zufälle in Zusammenhang mit dem Bamberger Basketball glaube ich nicht mehr. Ich möchte ihn jetzt auf keinen Fall als neuen Sportdirektor benennen, dazu ist ein gesichtet werden in Bambergs Innenstadt kein triftiger Grund.

Stephan Baeck hat die letzten Jahre in Köln in verantwortlicher Position mit viel Geld viel gemacht (unter anderem Meister und mehrmaliger Pokalsieger) und dann mit wenig Geld auch brauchbar abgeschnitten. Auch hat er es verstanden gute Spieler nach Köln zu locken. Alles Eigenschaften, die man in Bamberg in den letzten Jahren teilweise vermisst hat. Auf der anderen Seite hat er es aber auch nicht verstanden das finanziell strauchelnde Schiff Köln in sicheres Fahrwasser zurückzuführen.

Blick von aussen

von wbeyersdorf am 12. November 2009

Ich gebe ja zu, ich bin parteiisch, sehe den Bamberger Basketball aus der oberfränkischen Fanbrille. Daher ist es manchmal hilfreich zu erfahren, was Anhänger anderere Vereine zu der momentanen Situation meinen.
Darum möchte ich einen Beitrag eines Berliner Users von schoenen-dunk.de zitieren:

…Es ist ein wiederkehrendes Phänomen, dass Leute, die kleine Vereine zu Größe führen, irgendwann mit der Größe überfordert sind, weil sie weiterhin alles alleine machen. Heyder aquiriert Sponsoren. Heyder verhandelt mit Spielern. Heyder redet mit der Presse. Heyder hat sich bis vor Kurzem auch noch drum gekümmert, dass die Halle mit Veranstaltungen versorgt ist. Mal als Beispiel: Den Job, den Heyder macht, den teilen sich bei ALBA mindestens drei Personen: Robby Meyer, Marco Baldi und Henning Harnisch. Ihr habt jetzt auch einen Sportdirektor, aber von dem wusste bisher niemand was. Statt eine Person dort einzusetzen, die öffentlich sichtbar ist, die zur sportlichen Lage auch mal Stellung beziehen kann (bei uns macht das Harnisch öfter), gibt es dort eine Marionette von Heyders Gnaden. Bloß keine Kompetenzen abgeben.

Faktisch ist das die vierte Saison mit verkorkstem Saisonstart. In der ersten haben Euch die günstige Spielplansituation und zwei passende Nachverpflichtungen erlaubt, die Sache zu korrigieren. In der zweiten Saison hat man den Fehlstart nicht mehr korrigieren können und musste so gegen einen starken Gegner in den Playoffs ran, wo prompt das Aus folgte. In der dritten Saison war die Playoffteilnahme erst spät sicher. Im europäischen Wettbewerb hat man in den letzten Jahren den Ruf, den man sich durch die Top16-Teilnahme erarbeitet hat, komplett wieder versaut. Im BBL-Pokal spielt man eigentlich nie eine Rolle. Das alles unter verschiedenen Trainern, mit ganz unterschiedlichen Mannschaften, aber immer mit Heyder und Stoschek an den Hebeln. Da muss man die Rolle schon mal hinterfragen.

Heyder sprach im besagten Interview davon, dass man den Standort sichern will. Das hat mich überrascht, denn erst kurz davor kam ja die Meldung, dass die Hallensituation jetzt geklärt sei. Deshalb habe ich nachgefragt, warum er davon redet. Das hat nicht mit bösem Blut zu tun. Mittlerweile habe ich mir selbst einen Reim gemacht. Der geht folgendermaßen: Ich habe im Zusammenhang mit der Stagnation bei ALBA ab und zu erwähnt, dass brose groß geworden ist, weil sie Risiken eingegangen sind, die sich am Ende aber immer ausgezahlt haben. Hauptpunkt war dabei für mich die Hallenerweiterung, die ein erhebliches finanzielles Risiko war, insbesondere, wenn sie mal nicht voll wird oder keine Veranstaltungen neben Basketball kommen. Andererseits ermöglicht die Halle dem Club überhaupt erst, in die Etatdimensionen vorzustoßen, in denen man jetzt ist. Dazu gehörten auch unpopuläre Entscheidungen wie die Platzierung der VIPs auf Kosten der Dauerkartenbesitzer. Am Ende ging aber immer alles gut, selbst die erste Krisensaison konnte man bewältigen und am Ende sogar Deutscher Meister werden. Das erzeugt ein gewisses „Wir kriegen das schon hin“-Gefühl. In nun der dritten Saison in Folge kriegt man es aber offenbar nicht wirklich hin. Und dann stellt sich die Frage, was passiert, wenn die Zuschauer, die bisher kommen und pfeiffen, mal wegbleiben. Wenn man mal nicht das Top4 sondern die Playoffs verpasst. Wie abhängig ist brose von Zuschauereinnahmen und Prämien aus den Playoffs? Der letztjährige und letztlich auch der diesjährige Kader brachte die Frage auf, ob der kommunizierte Etat überhaupt stimmt bzw. welche Altlasten brose zu tragen hat. Fest steht:

1. Es wurden diverse Verträge aufgelöst und allerlei auch hochkarätige Spieler nachverpflichtet. Wie teuer war das? Konnte man das wirklich immer aus den laufenden Einnahmen bestreiten?
2. Wie teuer war das frühe Playoff-Aus (ohne Heimrecht) in der letzten Bauermann-Saison?
3. Wie teuer war das fehlende Heimrecht in der ersten Fleming-Saison?
4. Wie teuer ist die fehlende Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Wettbewerb? D.h., wieviele Karten werden da im Gegensatz zu den motivierten Jahren verkauft?
5. Können die brose baskets ein Verpassen der Playoffs finanziell verkraften?

Oder anders gefragt:

1. Wieviel aus den letztjährigen Etats waren geliehen?
2. Wieviel im aktuellen Etat ist notwendig für Zinsen und Tilgung?

Die Fragen kommen mir zwangsläufig in den Sinn, wenn Heyder in der aktuellen Situation von Standortsicherung spricht. Umso wichtiger wäre es aber meiner Meinung nach, Verantwortung auf mehrere kompetente (!) Schultern zu verteilen.

Patient Bamberg weiter auf der Intensivstation

von wbeyersdorf am 11. November 2009

Was will man positives aus der 69:80 Niederlage gegen Bonn ziehen? Zumindest stimmte die Einstellung , im Gegensatz zum Sonntagsspiel gegen Berlin. Aber selbst eine Steigerung des Einsatzes langte nicht aus, um Bonn zu besiegen. Zu oft zitterte noch das Händchen beim Wurfversuch. Im dritten Viertel führte Bamberg mit einem Punkt, nur um im letzten Viertel, wie schon so oft zuvor, kein Bein mehr auf den Boden zu bringen.

Viele Argumente fallen mir spontan nicht ein, um ein Festhalten an Trainer Chris Fleming zu rechtfertigen. Wäre die Sportart nicht Basketball, sondern Fußball, dann hätten die Mechanismen schon lange gegriffen und der Trainer wäre seinen Job los. Da unser geliebter Sport aber nicht auf grünem Rasen,  sondern auf braunem Parkett stattfindet, ist einiges anders.

Im Fan-Talk nach dem Spiel stellte sich Manager Wolfgang Heyder vor Chris Fleming. Wie lange das noch so sein wird, bleibt abzuwarten. Wie viele Chancen der Trainer noch erhält das Ruder herumzureißen, wird man sehen.

Wie blank die Nerven liegen verdeutlich die Situation nach Spielende, als Chris Fleming sich bei den Schiedsrichtern über deren Leistung beschwerte. Chris Ensminger stand daneben und meinte, er hätte doch die Pfiffe bekommen, die er wollte. Darauf tickte Chris Fleming richtig aus und schrie das F-Wort in Richtung Ensmingers.

5,8 auf der nach oben offenen Richterskala

von wbeyersdorf am 10. November 2009

Die herbe Niederlage am vergangenen Sonntag hat ziemliche Erdbebenwellen verursacht. Im Epizentrum steht immer noch Coach Chris Fleming. Sein Standing bei den Fans war schon in der Vergangenheit von Respekt, aber nicht von Zuneigung geprägt. Und seit Sonntag zweifeln immer mehr Anhänger des Bamberger Basketballs, ob Chris Fleming das Team, sein Team aus der Misere wird führen können. Und die Aussage, dass er notfalls am Mittwoch gegen Bonn mit fünf Jugendspielern anfangen will, zeugt auch nicht gerade von Gelassenheit, schon gar nicht von einer „mir-san-mir“ Einstellung, sondern vielmehr von Hilflosigkeit. Aber dies hat er in der Zwischenzeit schon wieder relativiert. Jetzt ist die Sprache davon die Starting-Five auf zwei Positionen zu verändern. Man darf kein großer Fachmann sein, um zu erahnen welche Spieler der Bann des Trainers treffen wird. Ich tippe mal auf Brown und Suput. Dafür soll Beckham Wyrick in die Anfangsformation aufrücken. Generell eine gute Entscheidung, denn Wyrick steht wie kein zweiter Spieler (mit Ausnahme von Casey Jacobsen und den jungen Akteuren) für Kampf, Wille und Leidenschaft. Alles Tugenden die am Sonntag schmerzlich vermisst wurden.

Aber einen Beckham Wyrick jetzt zum Heilsbringer hochzusterilisieren äh stilisieren, kann doch nicht der Weisheit letzter Schluss sein.
Wie von mir schon gemutmaßt steckt das Problem vermutlich tiefer. Warum fällt eine Mannschaft nach sehr gutem Spiel regelmäßig auseinander? Dies zieht sich wie ein roter Faden durch die bisherigen Partien. Angefangen hat es schon beim Auftakt in Oldenburg, ging beim Heimspiel gegen Tübingen weiter, ebenso wie in Ulm, Frankfurt und Weißenfels und hat nun seinen unrühmlichen Höhepunkt gegen Berlin gefunden.

Sind die Spieler satt, nicht mehr motiviert oder fehlt mentale Stärke. Wie oft im letzten Jahr hat Bamberg es eigentlich geschafft im letzten Viertel nach Rückstand noch zu siegen? Muss nicht der Trainer den Spielern das Sieger-Gen einimpfen, notfalls mit Emotionen ein Zeichen setzen? Kann dies alle Chris Fleming? Nicht, dass ich mir Dirk Bauermann zurückwünsche, aber alleine seine Körpersprache, seine Ausstrahlung und Emotionen hat manches Spiel aus dem Feuer gerissen.

Was für eine Leistung werden wir am Mittwoch gegen Bonn sehen? Die Rheinländer müssen auf drei verletzte Spieler verzichten, also dürfte es wohl etwas leichter werden. Ich erwarte von den Bambergern nichts anderes als Kampf, Einsatz, Leidenschaft und Wille bis zur letzten Sekunde. Hechten nach Bällen, rackern, notfalls auch beißen und kratzen (im fairen Rahmen natürlich),also das gesamte Pakte, welches Freak City mal zu dem gemacht hat, wofür wir in der ganzen Republik berühmt und berüchtigt waren.
Sollte aber wieder so ein Spiel wie am Sonntag dabei herauskommen, wird es einen Zornesausbruch der Fans geben wie noch nie zuvor.

Offenbarungseid

von wbeyersdorf am 08. November 2009

Geht es noch schlimmer? Ja, wenn Alba Berlin nicht im letzten Viertel beschlossen hätte das Spiel nicht mit +30 Punkte gewinnen zu wollen.
Spielten die Bamberger Akteure gegen Coach Fleming: Nein, glaube ich nicht, aber die Lustlosigkeit mit der einige Bamberger Spieler schon ab dem ersten Viertel über das Parkett der Jako-Arena schlurchten muss Gründe haben. Ich unterstelle man den Bambergern, sie wollten nicht absichtlich schlecht spielen und sie wollten vor Beginn die Partie mit Sicherheit gewinnen. Aber warum können sie dann nicht ihre optimale Leistung über 40 Minuten abrufen? Warum fällt die Mannschaft regelmäßig auseinander? Warum kann sie Spiele nicht über die Zeit bringen? Mit schöne Regelmäßigkeit bricht das Team auseinander, sei es wie bei den Auswärtspleiten in Ulm, Frankfurt und Weißenfels im letzten Viertel oder wie gegen Alba Berlin schon nach sieben Minuten.

Ist es nicht Aufgabe des Trainers dem entgegenzuwirken? Rechtzeitig seine Mannschaft neu einzustellen, frisch zu motivieren, ihnen taktische Handlungsweisen mitzugeben? Ja, es ist dies die Aufgabe eines Übungsleiters. Ich bin keiner, der vorschnell die Schuld beim Trainer sucht, aber mittlerweile komme ich zu der Überzeugung, Chris Fleming ist nicht der richtige für Bamberg.

Ein Trainer der offensichtlich nicht mehr seine Spieler erreicht ist nicht mehr tragbar.  Beispiele gefällig:
Erste Halbzeit gegen Berlin, Bamberg liegt nach einer 9:3 Führung nun mit 9:16 zurück. Auch nach der Viertlpause wird es nicht besser. Fleming nimmt schnell zwei Auszeiten und was passiert: Nichts! Ganz im Gegenteil, Berlin baut seine Führung bis zur Halbzeit sogar noch aus.
Weiteres Beispiel: In der Pause vor dem dritten Viertel hat Fleming 15 Minuten Zeit sein Team neu einzustellen, sie neu zu motivieren, sie heiß zu machen. Berlin legt jedoch einen amtlichen 8:0 Lauf auf das Parkett und damit war die Messe gelesen.

Ist Chris Fleming noch der richtige Trainer? Ich komme immer mehr zu der Meinung, er ist es nicht.
Das sich etwas ändern muss, dürfte ab heute auch dem Letzten klar geworden sein. Der Fisch fängt bekanntlich beim Kopf zum stinken an, also sollte sich auch dort was ändern. Ich fordere jetzt hier nicht die Entlassung Flemings, aber die Unruhe bei den Fans, im Umfeld und auch sicherlich bei den Geldgebern dürfte nach der Pleite gegen Berlin nicht kleiner werden.

Interessanter als die Spiele selbst sind oftmals die After-Game-Plaudereien der Fans im Foyer. So machten heute zwei Namen als mögliche Trainernachfolger die Runde: Dirk Bauermann und Svetislav Pesic. An ersteren glaube ich nicht so recht, er ist ja beim Basketballbund fest engagiert. Svetislav Pesic wäre frei und sofort verfügbar. Angeblich soll man sich mit ihm schon am Rande der Partie am vergangenen Mittwoch in Weißenfels unterhalten haben. Ob an dem Gerücht etwas dran ist, weiß ich nicht.

Bittere Niederlage in Weißenfels

von wbeyersdorf am 04. November 2009

Ich werde es nie verstehen, wie man einen Gegner, der schon am Boden liegt wieder aufstehen und siegen lassen kann. Bamberg führte beim MBC schon mit 12 Punkten, nur um am Ende, mal wieder, zu verlieren, diesmal mit 75:81. Wieder einmal spielte man mehr als drei Viertel sehr guten Basketball, hatte den Gegner im Griff, traf seine Würfe hochprozentig.

Zum dritten Mal in Folge, nach Ulm und Frankfurt wurde wieder ein Sieg in der Schlußphase hergeschenkt, noch dazu gegen eine nominell schwächer besetzte Mannschaft. Ausreden gibt es jetzt keine mehr. Letzte Saison hatte man verletzte oder zu spät in das Training eingestiegene Akteure. Doch dieses Jahr war man von Trainingsbeginn an, bis auf Pleiß, komplett. Trainer Fleming hatte im Sommer Zeit sich seine Wunschelf zusammenzustellen. Und trotzdem läuft es nicht nach Wunsch. Die Bilanz mit nur zwei Siegen aus sechs Partien ist genauso schlecht wie vor Jahresfrist.

Habe ich bislang immer an Fleming geglaubt, so gehen mir langsam die Argumente für ihn als Trainer aus. Und wenn ich die Stimmung bei den Fans richtig deute, bin ich nicht der Einzige. Auch werden sich die Geldgeber fragen, was mit ihrem Geld nun schon im dritten Jahr in Folge angestellt wird. Besonders erfolgreich angelegt waren die vielen Euros bis dato nicht unbedingt.

Wäre ein Trainerwechsel zum jetzigen Zeitpunkt das richtige Zeichen? Es ist ja nicht so, dass die Mannschaft in jeder Partie den Hintern vom Gegner versohlt bekommt. Ganz im Gegenteil, denn man hatte in fast allen Begegnungen bis zum Ende eine Siegchance. Und ob der Trainer unbedingt daran Schuld ist, wenn seine Spieler den Ball verlieren, wage ich zu bezweifeln. Sind sich die Bamberger Akteure bei hoher Führung schon zu siegessicher oder habe sie schlicht nicht die Nerven? Es sind doch nicht nur Jungspunde in den Bamberger Reihen. Ein Jacobsen und ein Suput sollten doch genug Erfahrung mitbringen um ihr Team zu führen. Aber gerade bei der Führung scheint es zu hapern. John Goldsberry scheint doch kein Floor General zu sein und ein Roberts bringt zwar gute Statistiken, aber macht er das Team auch besser? Die Mannschaft scheint blutleer zu sein, zu wenig Emotionen, zu wenig Leidenschaft, zu viel Dienst nach Vorschrift. Und dies zu ändern ist Aufgabe eines Trainers. Und darin hat Fleming bislang versagt.

Ich will jetzt keinen Abgesang auf die Bamberger schreiben. Ich bin mir fast sicher, am Sonntag wird Alba Berlin besiegt. Aber ein fröhliches „weiter so“ darf es nicht geben. Ich fürchte Bamberg hat ein grundsächliches Problem, und ob es mit einem Sieg gegen Berlin behoben sein wird, daran glaube ich nicht so recht.