Saisonbilanz 2011 2. Teil

von wbeyersdorf am 29. Juni 2011

Den 27. Oktober 2010 werden ganz viele Bamberger Basketballfans nicht mehr vergessen. An diesem Tag war die Spitzenmannschaft Olympiakos Piräus zu Gast. Vor der Partie wurde nur über die Höhe der Niederlage gesprochen, von einem Sieg redete niemand. Als es nach dem ersten Viertel 16:16 stand, meinte mein Sitznachbar zu mir: „Wenigstens haben wir jetzt ein Viertel nicht verloren“. Auch zur Halbzeit beim Stand von 34:28 für die Franken trauten wir dem Braten noch nicht. Doch ein an diesem Tag nicht zu stoppender Brian Roberts mit 23 Zählern führte Bamberg zum unerwarteten Sieg gegen die Griechen.
Wer nochmal ein paar bewegte Bilder sehen möchte, kommt hier auf seine Kosten.

Dies war der erste Erfolg gegen einen wirklich großen Klub. Bamberg hatte an diesem Tag einen riesen Vorteil auf seiner Seite: sie waren eingespielt. Für Piräus war es dagegen erst das dritte Pflichtspiel der Saison und dies merkte man ihnen deutlich an. Auf dieser Seite war damals zu lesen:

„Natürlich haben die Superstars aus Griechenland Bamberg unterschätzt, sie dachten wohl nach dem klaren Erfolg vor Wochenfrist gegen Real Madrid, gegen Bamberg nur mit halber Kraft spielen zu können. Die Franken hatten keine Chance, nutzen diese aber eiskalt aus. Leidenschaft, Einsatzwille und Herzblut – diese Eigenschaften zeigten die Franken am Mittwochabend und wenn dann auch noch spielerisch überzeugt wird, hat es eben auch eine Multi-Millionen-Truppe schwer, in der Frankenhölle zu bestehen. Bamberg zeigte eine geschlossene Mannschaftsleistung, alle Akteure zeigten viel Willen und Einsatz.“

Der Erfolg gegen Piräus ließ das Selbstvertrauen noch einmal wachsen. Zu spüren bekamen dies in der Folgezeit nicht nur die Konkurrenten in der Bundesliga, sondern auch die Gegner in der Euroleague. Der 15. Dezember 2010 ist das nächste denkwürdige Datum, denn an diesem Tag musste Real Madrid dran glauben. Auf die mangelnde Eingespieltheit konnten die Madrilenen ihre Niederlage in Bamberg nicht schieben, auch dürfte Unterschätzung (vor allem nach dem knappen 83:81 Sieg im Hinspiel) nicht dazu geführt haben, dass sie verloren. Bamberg war an diesem Abend schlicht und ergreifend besser. Aber nach der verlorenen Partie in Charleroi und der äußerst unglücklichen Niederlage in letzter Sekunde durch einen Wahnsinnsdreier von Roms Charles Smith war ein Aufsteigen in die Runde der besten 16 Teams nicht mehr möglich.

Am letzten Spieltag der Euroleague setzte man aber noch einmal ein Ausrufezeichen mit dem Erfolg in Malaga. Letztlich fehlte aber nur ein Sieg für den Einzug in die Runde der Top 16. Piräus, Madrid und Malaga bezwungen und dennoch nicht weitergekommen – dies war schon bitter.
Die Mannschaft nahm aber sehr viel an Erfahrung und Selbstvertrauen aus den 10 Spielen der Euroleague mit. Das Wissen um die eigene Stärke wurde im Verlauf der Saison und besonders in den Play-off ein wichtiger Faktor. Bamberg konnte die großen Vereine einige Male gehörig ärgern, zum ganz großen Wurf langte es aber nicht. Dieses zu erreichen könnte ein Ziel für die neue Spielzeit in der Euroleague werden.

Der grandiose Gewinn der Partie gegen Madrid war der Beginn von zwei Wochen, die unglaubliche Resultate brachten. Nur drei Tage nach Madrid musste Alba Berlin dran glauben. Das 103:52 war nicht nur der höchste Sieg einer Bamberger Basketball Mannschaft, es war auch die höchste Berliner Niederlage aller Zeiten. Und es war der Anfang vom Ende des Alba-Coaches Luka Pavicevic. Bamberg stürzte die Hauptstädter in die größte Krise ihrer Vereinsgeschichte.

Weil es so schön war, hier die Highlights:

Der Hunger der Franken war aber noch nicht gestillt. Nach Oldenburg mit 35 Punkten Unterschied wurde auch noch Ludwigsburg 28 Zählern Differenz abgefertigt.
Der Dezember 2010 war der unglaublichste Basketball Monat den die meisten Bamberger Anhänger je erlebt haben.

Um die Play-offs wird es im 3. Teil der Saisonbilanz 2011 ab Samstag 2. Juli gehen.