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07.10.2008

Hell freezes over
Rick Stafford gehört zu Freak City wie der Dom zu Bamberg. Er hat die Entwicklung Bambergs vom Abstiegskandidaten zum Euroleague Teilnehmer mitgemacht.
Hat er mit dem 69:61 Sieg, der von ihm betreuten Ludwigsburger, das Pendel wieder in die andere Richtung ausschlagen lassen und den Bamberger Abschwung eingeläutet?
Das Auftaktprogramm wurde vor Beginn der Saison noch als leicht betitelt, das genutzt werden kann um sich einzuspielen. Durchaus hat man die ersten beiden Spiele gegen Ulm und in Göttingen knapp verloren (wenn auch verdient), auch die Niederlagen gegen Ludwigsburg war alles andere als ein Debakel. Aber, wenn man einmal kein Glück hat kommt auch noch Pech hinzu.
Ist die dritte Bamberger Niederlage in Serie das Ende einer Ära?
Eine endgültige Beurteilung ist natürlich zu so einem frühen Zeitpunkt in der Saison noch nicht möglich. Ein erster Trend ist aber abzulesen und der verheißt nicht unbedingt gutes.
Ich habe einschließlich des Domreitercups nun schon sechs Spiele der Bamberger gesehen. Und es ist leider kaum eine positive Entwicklung hin zu einer geschlossenen Mannschaftsleistung zu erkennen. Der Wille ist den Spielern nicht abzusprechen, die Mittel den Willen auch in Leistung umsetzen scheinen im Moment nicht vorhanden zu sein.
Geduld - immer wieder ist dieses Wort zu hören. Viele sagen, man muss den Spielern Zeit geben zu einer Mannschaft zu werden.
Geduld - aber wie lange braucht eine Mannschaft um zu seiner solchen zu werden?
Geduld - wird der Trainer und vor allem die Spieler die Zeit erhalten die sie anscheinend benötigen?
Ich habe am Montagabend nicht gepfiffen, obwohl mir bei einigen Aktionen auch die wenigen Haare die ich noch habe zu Berge gestanden haben. Ich bin Fan meines Teams, in guten wie in schlechten Zeiten.
Die Verunsicherung aller Bamberger Akteure war mit den Händen greifbar. Markantester Ausdruck dieser mentalen Schwäche war die unterirdische Dreierquote von 7% (1 von 14), einstmals die Stärke Bamberger Mannschaften. Wer soll auch die Dreier treffen? Ausgewiesene Dreierspezialisten gibt es in der diesjährigen Truppe wenig.
Mittlerweile bin ich auch nicht mehr davon überzeugt, dass John Goldsberry nach seiner Genesung die Puzzelteile zusammenführen und eine Mannschaft formen kann. Denn halten die schlechten Leistungen bis zu seinem Comeback Mitte November an, könnte sich Bamberg schon im Tabellenkeller festgesetzt haben.
Nicht, dass ich falsch verstanden werde: ich wünsche mir dieses Szenario nicht, im Gegenteil. Oftmals hat es sich bewährt in Ruhe weiter zu arbeiten, versucht den Mannschaftsgeist zu beschwören und auf bessere Tage zu hoffen.
Aber wann ist der Punkt erreicht, wo man die Reißleine ziehen muss, in welcher Art und Weise auch immer? Und man darf gespannt sein, wie dann die Konsequenzen aussehen.
Passend schrieb ein User in einem Internetforum:
„Meistens war es aber schlicht eine verkorkste Einkaufspolitik, eine schlechte Teamzusammensetzung, die durch weitere Einkäufe teuer korrigiert werden musste.
Die Befürchtungen sind jetzt schon groß, es könnte auch dieses Jahr, unter einem neuen Coach, wieder so sein.“
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