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22.04.2009

Ein paar Gedanken zur Hallensituation
Jeder Mensch braucht ein Zuhause, auch Basketballer. Bekanntlich tragen die Bamberger Basketballer ihre Heimspiele in der Jako Arena aus, zumindest ist dies der Status Quo.
Genutzt werden kann diese Halle allerdings nur, wenn nicht andere Veranstaltungen stattfinden. So ist die Arena oftmals durch Konzerte, Messen, Ausstellungen oder sonstige Ereignisse belegt und steht zu Trainingszwecken nicht zur Verfügung. Dies hat dann zur Folge, dass die Basketballer zu einem Nomadenvölkchen werden und mal hier (Breitengüßbach) oder mal dort (Stegaurach) ihre Trainingseinheiten absolvieren.
Na und, werden jetzt einige einwerfen, solange ein Korb hängt kann man auf diesen mit einem Ball werfen. Richtig, aber problematisch wird es, wenn das Drumherum jedesmal neu organisiert werden muß. So fehlt es fast immer an geeigneten Umkleidekabinen, Besprechungs-, Video- und Behandlungsräumen. Diese für eine Profimannschaft unwürdigen Bedingungen sind ein großes Manko. Zurecht besteht die Forderung an den neuen Besitzer der Jako Arena (der erst noch gefunden werden muß), den Basketballern regelmäßige Trainingszeiten zu gewährleisten. Wenn aber die Halle mit einer schwarzen Null, also wirtschaftlich betrieben werden soll, wird sich an diesem Zusand wohl nicht viel ändern. Eher das Gegenteil wird der Fall sein, denn der neue Betreiber wird eine Gewinnmaximierung anstreben, die sich aber mit einem Trainingsbetrieb nicht in Einklang bringen lassen wird.
Soweit der Istzustand.
Das Optimimum wäre ein eigenes Trainingszentrum mit Spielfeld und den oben genannten Räumlichkeiten. Auch könnte dort die Geschäftsstelle, Physiotherapie, ein Merchandisingshop und vielleicht eine kleine Hall of Fame Platz finden.. Das Trainingsgelände könnte dann auch von den diversen Jugend- und Nachwuchsmannschaften genutzt werden.
Für mich ist es ein großes Versäumnis der vergangenen Jahre, so ein Projekt nicht aktiv angegangen zu sein.
Frankfurt hat jahrelang in Steine statt Beine investiert und damit auch einmal fast den Abstieg riskiert. Bonn hat es aus eigenen Mitteln geschafft eine Halle zu finanzieren, wenn auch mit Hilfe ihres Sponsors Telekom und der Stadt Bonn, die den Grund zur Verfügung stellten.
Warum hat man nicht versucht zusammen mit der Stadt Bamberg ein geeignetes Gelände zu finden? Finanziert durch Rücklagen aus dem laufenden Etat und durch sonstige Geldgeber. Das Geld, was man in den letzten Jahren durch schlechte Spielerauswahl und ständige Nachverpflichtungen verbraten hat, hätte sicherlich einen Großteil der Bausumme ausgemacht.
Man muß aber auch der Stadt Bamberg vorhalten zuwenig für den Basketballstandort getan zu haben. Sich nur bei Meisterschaften feieren zu lassen, langt nicht aus. Vielleicht tue ich den Verantwortlichen Unrecht. Aber mit dem Wissen, welches an die Öffentlichkeit gelangt, fällt es einem schwer Sympathie zu zeigen.
Jetzt, da Halleninhaberin Sabine Günther vor der Insolvenz steht, nach einem Retter zu rufen, der die Karre aus dem Dreck fährt, während man selber gerne so weitermachen würde wie bisher, braucht man sich nicht über Gegenwind zu wundern.
Andererseits braucht es wohl nicht viel, um die Halle vor einem Notverkauf zu retten. Es sind von wenigen Hundertausend Euro jährlich die Rede um einem Kostendeckenden Betrieb zu ermöglichen. Das Problem mit der Trainingssituation bestünde dann aber immer noch (siehe oben). Wie man es dreht und wendet, man wird nicht herumkommen, ernsthaft über eine Traingshalle nachzudenken.
Nachgedacht wird bei den Verantwortlichen der Bamberger Basketballer jedenfalls schon über Plan B, sollte der worst case eintreten und die Jako Arena nicht mehr für Basketball zur Verfügung stehen.
Dann würde ein Umzug nach Nürnberg sehr wahrscheinlich, Gespräche mit dem Betreiber der Nürnberger Arena sollen, was man so hört, schon stattgefunden haben. Die Nürnberger würde die Bamberger Basketballer mit Kusshand nehmen, es ist sogar von einer kostenloser Nutzung die Rede.
Ich habe es schon einmal vor mehr als einem Jahr geschrieben: Ich werde einen Umzug nach Nürnberg nicht mitmachen. Ich möchte mein Team in meiner Halle sehen. Und sollte es mein Team in Bamberg nicht mehr geben, dann wird es mich als Fan auch nicht mehr geben.
Aber soweit muß es ja gar nicht kommen. Vielleicht präsentiert Oberbürgermeister Starke doch noch eine tragfähige Lösung. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass er als der Totengräber des Bamberger Basketballs dastehen möchte.
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