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Keine Rettung in Sicht

Das Spiel gegen Athen als Offenbarungseid zu bezeichnen wäre vielleicht zu stark ausgedrückt. Es kommt aber nahe ran. Athen spielte stark und legte die Bamberger Schwächen gnadenlos offen. Auch in Bestform hätten sich die Bamberger Basketballer sehr schwer getan die Griechen zu besiegen. Aber darum soll es jetzt gar nicht gehen.

Die Frage ist vielmehr warum befindet sich Bamberg zur Zeit in einer Krise und welche Möglichkeiten gibt es die Saison noch zu retten?

Die Ursachen liegen aus meiner Sicht weit zurück, nämlich im Sommer des vergangenen Jahres. Die Verantwortlichen haben schlicht und ergreifend die falschen Spieler verpflichtet. Man stellte eine Ü30 Truppe zusammen, der es augenscheinlich an Athletik mangelt. Auch die Weiterverpflichtung eines John Goldsberrys war ein sehr großes Risiko. Man wusste um seine Verletzungsgeschichte und nicht wenige Fans prophezeiten einen erneuten Ausfall, wie er nun eingetreten ist.

In den Kommentaren schreibt ein Leser:

„Was aus dem hochgelobten Scouting-System der BBB geworden ist, frag ich mich, Moechtegernstars, abgehalfterte Abzocker ohne Entwicklungsmoeglichkeiten statt Spieler mit Rollenbewusstsein und dem Willen sich zu beweisen. Da der Kern der Mannschaft weiter altert, wird das eine noch groessere Aufgabe.“

Dies trifft den Kern der Problematik sehr genau.

Mit der Nachverpflichtung von Massey hat man sich augenscheinlich ein faules Ei (übrigens: Frohe Ostern!) in das (Mannschafts-)Netz gelegt. Man wusste auch, dass Massey kein leichter Charakter ist, glaubte aber ihn hinbiegen zu können. Dies war wohl ein Trugschluss. Massey setzte man Nachbar vor die Nase und machte damit die nächste Baustelle in der Mannschaft auf.

Gleiches gilt wohl auch in Sachen Matt Walsh. Seitdem er zur Mannschaft stieß halbierten sich die Durchschnittspunkte und der erzielte Effikitivätsindex von Casey Jacobsen. Ich glaube jetzt nicht, dass sich Jacobsen hängen läßt und nur noch Dienst nach Vorschrift ableistet. Aber nach Harmonie im Team schreien die Folgen der Nachverpflichtungen auch nicht gerade.

Die Stragetgie in der Causa A.J. Ogilvy verstehe ich auch nicht. Erst fliegt er auf Geheiß des Trainers aus der Rotation, gleichzeit wird er aber für Kurzauftritte auf das Parkett geschickt. Jetzt, nachdem sich Massey durch seine Eskapade selbst ins Abseits gestellt hat, darf der Australier wieder ran. Allerdings fast ohne Spielpraxis und mit geringem Selbstvertrauen. Und so ein Akteur soll in der jetzigen Situation den Karren aus dem Dreck fahren? Ich habe da so meine Zweifel. Nicht an der spielerischen Qualität von Ogilvy, sondern dass jetzt alles besser werden soll.

Wenn schon die letzten Wochen und Monate die Mannschaft offensichtlich nicht funktionierte, warum bitte soll sich jetzt plötzlich alles zum Guten wenden und der Schalter umgelegt werden?
Nur, wenn ab sofort alles optimal läuft, die Mannschaft als Team agiert, die Zuschauer ihr Feuer wiederfinden (bitte aber ohne das Lied „Stern über Bamberg“, ich kann den Song einfach nicht mehr hören!), nur dann könnte es etwas werden mit der Verteidigung der Meisterschaft.

Glaubt man den Reaktionen nicht weniger Anhänger in der letzten Zeit, dann hat die Identifikation mit dem Bamberger Basketballprogramm schwer gelitten. Auch ich habe mich schon öfters ertappt, dass es mir eigentlich egal ist, ob eine Partie ansteht, ob Bamberg gewinnt oder verliert. Vieles rund um die Basketballveranstaltungen hat sich abgenutzt, beginnend bei dem immer selben Ablauf während der Spiele. Das ist aber ein anderes Thema und wert, einmal extra betrachtet zu werden.

Fanseele

Mit der Fanseele ist es so eine Sache. Sie freut sich, wenn die Mannschaft gut spielt und gewinnt. Und sie weint, wenn es nicht so gut läuft. Insofern hat die (meine) Fanseele die letzten Wochen nicht gerade viel Grund zum Jubeln gehabt. Nach der Niederlage gegen den Erzrivalen aus Berlin stand mein Entschluss fest: Ich nehme eine Auszeit vom Basketball, ich gehe nicht zum Spiel gegen Athen. Meine Entscheidung war gefallen und hatte den Grund, dass ich mich selbst schützen wollte. Schützen vor der Aufregung, die in mir aufsteigt, wenn es auf dem Parkett mal wieder nicht so läuft, wie erhofft. Aber was soll ich sagen, am Mittwochabend spürte ich auf einmal wieder die Vorfreude auf ein Basketballspiel „meines“ Teams in mir aufsteigen. Und heute dann gab ich mir ein innerliches GO. Gerade in schwierigen Phasen hat die Mannschaft Unterstützung nötig – auch von mir.

Angeblich soll es bald vorbei sein mit der Namensgebung Stechert-Arena. Aus unbestätigten Quellen habe ich erfahren, dass bereits nach einem Nachfolger gesucht wird, der die Namensrechte der Halle für einen niedrigen 6-stelligen Betrag pro Jahr erwerben soll. Ob das mehr als nur ein Gerücht ist, werden die nächsten Monate zeigen.